Der Angeklagte bestreite, sich strafbar gemacht zu haben, schreibt die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte in ihrer Mitteilung. Die Untersuchung gegen die drei KL-Mitglieder wegen mutmasslicher Unregelmässigkeiten beim Betrieb der Beteiligungsgesellschaft Long Term Strategy AG (LTS) wurde im Herbst 2002 eröffnet.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die Preise von LTS-Aktien bei Käufen durch die KL-Mitglieder zu tief, bei Verkäufen dagegen teilweise zu hoch angesetzt zu haben. Es seien Vorteile von insgesamt 4,1 Millionen Franken gewährt worden.

Zu den Vorteilen gehörten laut Mitteilung hohe unentgeltliche Garantieerklärungen, unentgeltliche Dienstleistungen oder zu tiefe Zinsen. Der Versicherungskonzern Rentenanstalt/Swiss Life legte bei der Bewilligung der LTS fest, dass diese auf Kosten und Risiko der Aktionäre der LTS betrieben werden musste.

Morax ist es gemäss einer Mitteilung seines Anwalts "zutiefst unverständlich", dass er als Angeklagter dasteht. Den Vorwurf, er habe es darauf angelegt, seinen Arbeitgeber zu schädigen und sich unrechtmässig zu bereichern, wies er als "völlig ungerechtfertigt" zurück.

Die LTS war 1999 von der Rentenanstalt/Swiss Life gegründet und im Frühjahr 2000 für Mitglieder der Konzernleitung geöffnet worden. Die sich beteiligenden Manager erzielten Millionengewinne. Im Juli 2002 stellte die LTS ihre Aktivitäten ein.