Valentin Rorschacher
Ex-Bundesanwalt greift zum Einhaar-Pinsel

Rund 50 Bergbilder von Valentin Roschacher, der ehemalige Bundesanwalt,sind in Unterentfelden ab Samstag zu bewundern. Sie geben Einblick in sein kreatives Schaffen der letzten 10 Jahre.

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Valentin Rorschacher
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Aargauer Zeitung

«Das ist eine tolle Galerie. Sie bietet einen wunderbaren Rahmen für meine Bilder», lobt der Maler Valentin Roschacher die Ausstellungsräume von Thomas Dutoit in Unterentfelden. Ab Samstag sind in der Galerie rund 50 Öl-Bergbilder des ehemaligen Bundesanwaltes (2000 bis 2006) zu sehen und zu kaufen. Es ist die bisher grösste Ausstellung des Künstlers mit Atelier in Adliswil. «Eine Ausstellung dieser Grösse von Valentin Roschacher wird es in den nächsten Jahren nicht mehr geben», erkärt Galerist Thomas Dutoit, der sich sehr darüber freut, dass der Künstler in seinen Räumen ausstellt.

Malen mit dem Einhaar-Pinsel
Pro Jahr malt Valentin Roschacher nur wenige Bilder. «Fünf Bilder waren es in diesem Jahr», so der Künstler. An einem Bild vom Matterhorn arbeitete Roschacher nicht weniger als 15'000 Stunden. Der Grund dafür: Die Ölbilder malt er mit einem Einhaar-Pinsel, den er selber herstellt. Fünf bis acht Quadratzentimeter bringt er damit pro Tag auf die Leinwand. «Ich habe zurzeit kein anderes Mittel gefunden, um das Resultat zu erreichen, das ich will.» Valentin Roschacher ist Perfektionist, stellt an sich selber die hohe Anforderung, der beste Bergmaler zu werden. «Eine 4-5 reicht mir nicht. Ich will immer besser werden», betont er.

Keine fotografischen Bilder
Die Note 4-5 hat der 48-jährige Künstler längst hinter sich gelassen. Die Lichtführung, die Grate, die Gipfel oder Felsabbrüche sind auf der Leinwand tadellos festgehalten. Die detaillierten Bilder erinnern an Fotos. Allerdings sind seine Bilder keine Abbilder der Originale. «Ich lasse meine Empfindungen ins Bild einfliessen. Die Bilder sind mein persönlicher Eindruck eines Berges», erklärt Valentin Roschacher. Auf dem Gipfel der Originale stand er nie, aber Roschacher hat zu jedem Berg den er malt, eine Beziehung.

Von den Bergen fasziniert
Warum aber malt er ausschliesslich Berge? «Eigentlich malte ich bis 2000 alles andere, nur nicht Landschaften. Mit meiner Partnerin reiste ich damals in die Berge und hatte sogar das Pech, dass schlechtes Wetter war. Als dann aber plötzlich die Wolken aufrissen, die Sonne auf die «Jungfrau» viel, faszinierte mich das. Seit 10 Jahren komme ich nun nicht mehr davon weg.» Die Berge symbolisieren für Roschacher Werte, die er heute in der Gesellschaft vermisst: «die Berge sind für mich ein Symbol für Respekt, Solidarität, Vernunft und Toleranz.»

Bilder erstmals zu sehen
Die Ausstellung in Unterentfelden bietet einen Einblick in das kreative Schaffen des Künstlers von 2000 bis 2009. Darunter sind Bilder zu bestaunen, die bisher in der Öffentlichkeit nie gezeigt wurden. «Bilder, die vor 2007 entstanden sind», wie Valentin Roschacher erklärt. Es sind Werke, die sich von den aktuellen Bildern deutlich unterscheiden: leuchtende Farben und weniger detailliert ausgearbeitet, als aktuelle Werke.

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