Alpinismus

Everest-Räumungskommando findet fünf Leichen

Eine Gruppe von 20 Sherpas, die seit Ende April auf dem Mount Everest den Abfall von Dutzenden Expeditionen einsammeln wollte, hat die Leichname von fünf Bergsteigern gefunden, darunter einem Schweizer. Nicht alle Toten wurden allerdings geborgen.

Die sterblichen Überreste des US-Bergsteigers Scott Fisher, der bei einer tödlichen Expedition von 1996 ums Leben kam, seien am Berg geblieben, sagte Expeditionskoordinator Chakra Karki in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP.

"Wir sahen Fishers Leiche und fotografierten sie, aber wir haben ihn nicht angerührt", sagte Karki vom Basislager aus. "Die Familie hatte das nicht erlaubt, und wir respektieren das."

Fisher war Teilnehmer an der Expedition, die 1996 zum Desaster wurde und in dem Bestseller "In eisige Höhen" von Jon Krakauer beschrieben wurde. Seit der Erstbesteigung des 8848 Meter hohen Gipfels 1953 liessen rund 300 Menschen am Everest ihr Leben.

Auch ein Schweizer unter den Gefundenen

Zwei Tote wurden mit Einverständnis der Familien nach unten gebracht: der Schweizer Gianni Goltz und der Russe Sergej Duganow.

Der Tessiner Goltz war im Mai 2008 während den Dreharbeiten eines SF-Dokumentarfilms "Sherpas - die wahren Helden am Everest" beim Abstieg an Erschöpfung gestorben. Der Himalaya-erprobte Bergsteiger hatte den höchsten Berg der Welt ohne Sauerstoff bestiegen.

Eigentliches Ziel der Sherpa-Expedition war die Beseitigung von Abfall, den die Expeditionen Jahr für Jahr im Himalaya zurücklassen.

Jede Expedition muss bei den Behörden 4000 Euro Kaution hinterlegen und nachweisen, dass es alle Gegenstände, die es mit nach oben nahm, auch wieder runter gebracht hat. Die Regel ist schwer durchzusetzen.

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