Begegunszentrum

Es wird geschnitzt und musiziert

Modern: Im neuen Beschäftigungs- und Begegnungszentrum am  Breitenweg in Seon arbeiten rund 24 Menschen mit Behinderung. ju

Beschäftigungs- und Begegnungszentrum

Modern: Im neuen Beschäftigungs- und Begegnungszentrum am Breitenweg in Seon arbeiten rund 24 Menschen mit Behinderung. ju

In sechs Ateliergruppen beschäftigt die Stiftung Seehalde in Seon behinderte Menschen und berücksichtigt dabei ihre Fähigkeiten: In einem Raum wird geschnitzt, in einem anderen musiziert.

Irena Jurinak

Klienten, Mitarbeiter und Nachbarn sollen sich in Zukunft hier treffen: Heute weiht die Stiftung Seehalde das neue Begegnungs- und Beschäftigungszentrum am Breiteweg in Seon ein. Mit dem Neubau, der 3,6 Millionen Franken gekostet hat, konzentriert die Stiftung ihre Angebote in
Seon und Rombach. Gleichzeitig renovierte sie das nebenstehende Wohnhaus. «Das neue Beschäftigungszentrum ist besser auf unsere Bedürfnisse abgestimmt», sagt Heimleiterin Margrit Brunner.

Endlich zentralisiert

In der Vergangenheit bestand die Stiftung aus neun Wohngruppen in sieben Häusern und vier Gemeinden. In jedem Wohnhaus war auch ein Beschäftigungs- und Werkraum untergebracht. Es sei zunehmend schwierig geworden, diese dezentrale Struktur zu betreiben, weshalb der Stiftungsrat sich für eine Zentralisierung entschied.

Neues Beschäftigungskonzept

Im neuen Gebäude am Standort Sunneheim in Seon sind im Erdgeschoss eine Cafeteria, Büros für Administration und Heimleitung und ein Saal für Morgen- und Abendkreise, Feste oder Weiterbildungen untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich sechs Ateliers, in welchen je vier Bewohner beschäftigt werden. Ihr Tag wird durch Rituale wie den Morgen- und Abendkreis strukturiert.

Zusammen mit dem Umzug der Werkstatträume hat die Stiftung das Beschäftigungsangebot angepasst. Das neue Konzept gehe weg vom bisherigen berufsbildbezogenen Arbeiten zu einem personen- und bedürfnis-orientierten Wirken, so Margrit Brunner. «Wir setzen neu auf individuelle Begleitung und holen die Menschen bei ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten ab, statt einfach eine Korbflechterei einzurichten.»

In einem Atelier schnitzt eine Frau an einem grossen Holzstück. «Dazu braucht sie den ganzen Körper und bekommt so die Bewegung, die sie braucht», erklärt der Atelierleiter. «Das fertige Stück können wir später im Gang aufhängen.» In einem anderen Atelier wird musiziert, in einem weiteren werden Dekogirlanden hergestellt. Eine Gruppe ist draussen unterwegs. «Das sind Bewohner, die Bewegung brauchen. Sie liefern Sachen aus und helfen beim Umzug.» Ein Bewohner arbeitet auf eigenen Wunsch in der Küche mit. Hier werden jeden Tag 40 Mittag- und Abendessen für die umliegenden Wohngruppen gekocht.

Ein erstes grosses Projekt ist die Theateraufführung «Szenen aus der Zauberflöte», nach der Oper von Mozart. Die Bewohnerinnen und Bewohner führen es an der heutigen Eröffnung unter der Regie von Barbara Wiesner, Heilpädagogin, auf. Das Projekt habe von den Schauspielern und ihren Begleitern viel Kunst, Improvisation und Ausdauer gefordert. Die Bewohner stellten alle Kulissen selbst in ihren Ateliers her. «Während der Proben wurde geträumt, gelacht, verbessert, geschimpft und gespielt.»

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