Im Areal des international bekannten Thermalbades von Schinznach-Bad beginnt nach Ostern der etwa anderthalb Jahre dauernde Um- und Ausbau des alten Thermibades. Vor dem Eingang zur AarReha-Klinik befindet sich aber schon jetzt eine unübersehbare Baustelle: Dort wird ein Schacht restauriert, in dem das schon seit dreihundert Jahren bekannte, etwa 36 Grad warme Schinznacher Schwefelwasser emporquirlt.

Eine ungewöhnliche Arbeit

Dieser Brunnenschacht, in dem das schwefelhaltigste Thermalwasser nicht nur der Schweiz gefasst wird, reicht bis in eine Tiefe von 8,5 Metern hinab. Die Wände des Schachtes, der einen Durchmesser von 2,4 Meter aufweist, seien morsch
gewesen, erklärt der technische
Betriebsleiter Leo Schon. Versickerndes Schwefelwasser habe zudem auch die Umgebung grossräumig unterspült. Es habe dadurch sogar die Gefahr bestanden, dass der älteste der drei aktiven Schinznacher Quellenschächte einstürzen könnte. Der letzte der drei Schächte war übrigens erst im März 1998 zeremoniell angezapft worden.

Ein Team der Zürcher Wasserbaufirma Willy Stäubli AG hat jetzt in aufwändiger Arbeit die marode, vermutlich 1828/29 erstellte Wand des Schachtes wieder gesichert. Auf der Innenseite wird der Schacht rundherum zusätzlich mit etwa 5,5 Meter langen, dicken Eichenbalken frisch verkleidet. Zudem musste mit grobem Rundkies alles abgedichtet werden – eine aufwändige Handarbeit, bei der für die Sanierungsarbeiten im Innern des Schachtes sogar Taucher eingesetzt werden mussten. Die Kosten für die Sanierung werden auf etwa 100000 Franken geschätzt sagt Betriebsleiter Schon. Dass im Bereich der alten Quellfassung etwas «faul» sein musste, war auch den Nasen der im Areal spazierenden Thermalbadgäste nicht entgangen: Es roch immer wieder stark nach Schwefel.

Hoher Schwefelgehalt

Über die Heilquelle, die an der Aare bei Schinznach-Bad, am Fusse der Habsburg, zutage tritt, ist erstmals 1654 berichtet worden. Die Geschichte der Quelle mit ihrem etwa 36 Grad warmen Wasser, dessen Schwefelwasserstoffgehalt je Liter auf 37,8 Kubikzentimeter berechnet wurde, und die Geschichte des Entstehens des Thermalbades füllen ein dickes Buch. (hf)