«Es ist nur ein Tropfen, aber er bewirkt etwas»

Trudi Meyer zählt, wie oft sie während der 50 Jahre bei Helvetas Kalender an Schulen verteilt hat.  (Foto: bär)

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Trudi Meyer zählt, wie oft sie während der 50 Jahre bei Helvetas Kalender an Schulen verteilt hat. (Foto: bär)

Seit Helvetas vor 50 Jahren gegründet wurde, ist die Wettingerin Trudi Meyer Kassierin der Entwicklungsorganisation. Die heute 80-Jährige erinnert sich an die schwierige Anfangszeit zurück.

Melanie Bär

«Vieles habe ich vergessen. Doch an etwas erinnere ich mich noch ganz genau: Es war im Jahr 1966. Wir fuhren mit Ross und Wagen von Quartier zu Quartier und verteilten 2000 Liter von einem Militärkoch zubereitete Suppe und 150 Kilogramm Spatz», erzählt Trudi Meyer. Die Spendeneinnahmen flossen in Entwicklungsprojekte im Ausland.

«Diese Suppenaktion fand grossen Anklang. Wir freuten uns sehr darüber, denn am Anfang musste die Helvetas um Anerkennung kämpfen.» Trudi Meyer erinnert sich an anfängliche Versammlungen, die von mehr Vorstandsmitgliedern als Mitgliedern besucht wurden. Lag das daran, dass Helvetas - damals unter dem Namen SHAG Schweizerisches Hilfswerk für aussereuropäisches Gebiet bekannt- als erste private Entwicklungsorganisation der Schweiz eine Vorreiterrolle spielen musste? Trudi Meyer weiss es nicht. Mittlerweile hat sich der politisch und konfessionell unabhängige Verein etabliert, zählt rund 38 000 Mitglieder, 40 000 Gönnerinnen und Gönner und wird von 15 ehrenamtlich tätigen Regionalgruppen getragen.

Eine davon ist die Regionalgruppe Baden, die in den Gemeinden Baden, Wettingen, Würenlos und Neuenhof Herbstverkäufe durchführt. «Früher waren am Markt die farbigen Stoffe aus Afrika, Nepal oder Indien sehr begehrt. Sie waren etwas Besonderes, die Frauen nähten sich Kleider daraus.» Auch sie selber? Trudy Meyer winkt ab, gesteht, dass sie keine begnadete Näherin sei. Dafür strickt sie Bebé-Kleidchen, der Renner an den heutigen Herbstverkäufen. Dank dem Verkauf solcher selbst gemachter Strickware, Gebäcke, Konfitüren und der Helvetas-Artikel aus den Entwicklungsländern konnte die Regionalgruppe Baden vergangenes Jahr 4000 Franken für Entwicklungsprojekte spenden.

«Unsere Hilfe ist zwar nur ein kleiner Tropfen auf den heissen Stein - und trotzdem bewirkt er ein bisschen etwas.» Und Helfen sei etwas Gutes, das habe sie schon als Kind gelernt. So sei es für die ehemalige Sekretärin vor 50 Jahren klar gewesen, ihren damaligen Chef - den einstigen Seminarleiter Paul Schaefer - bei der Gründung des Hilfswerks zu unterstützen.

Der 50 Jahre lange Einsatz für benachteiligte Menschen hat sich auch für Trudi Meyer gelohnt: «Es hat mich dankbar gemacht. Wir hatten es immer verrückt schön im Vorstand und an den Verkaufsständen», lacht sie und fügt an, dass sie Helvetas erhalten bleibe. «Solange es die Gesundheit zulässt.»

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