Baden

«Es ist genial, dass Botta ausgewählt wurde»

Rolf Knie: Das historische Ambiente inspiriert den Künstler. (Bild: Ursula Burgherr)

knie

Rolf Knie: Das historische Ambiente inspiriert den Künstler. (Bild: Ursula Burgherr)

Maler und Salto-Natale-Macher Rolf Knie weilte als Gast eines Mode-Apéros kurz in Baden. Spontan erzählte er, was ihn an der Aargauer Kleinstadt beeindruckt. Maler und Salto-Natale-Macher Rolf Knie weilte als Gast eines Mode-Apéros kurz in Baden. Spontan erzählte er, was ihn an der Aargauer Kleinstadt beeindruckt.

Ursula Burgherr

Rolf Knie, was beeindruckt Sie als Maler am ebenfalls malerischen Altstadtambiente von Baden?
Rolf Knie: Baden ist für mich eine wichtige Stadt. Früher kam ich mit dem Zirkus hierher. Später gastierte ich mit «Charleys Tante» und «Wir machen Spass» im Kurtheater. Der Höhepunkt hier war aber sicher 1995 meine grosse Retrospektiven-Ausstellung in den ABB-Hallen mit 90 000 Besuchenden.

Welches Bild prägte sich bei Ihnen als zu Gast weilender Künstler von dieser Stadt ein?
Knie: Die wunderschöne Altstadt. Wenn man auf der Autobahn hierherkommt, störte mich allerdings auch immer der kühle Klotz aus Glas und Beton, der im Kontrast zur Ruine unangenehm ins Auge sticht. Dass die hiesige Behörde so einen Bau erlaubt hat, ist für mich unverständlich.

Könnte Sie die reiche Vergangenheitsgeschichte der Bäderstadt Baden als Maler inspirieren oder schöpfen Sie die Ideen für Ihre Werke lieber aus der Gegenwart?
Knie: Um die Gegenwart zu bewältigen und die Zukunft zu planen, muss man auch die Vergangenheit kennen. Die Römer, deren Fundamente hier reich vorhanden sind, haben strategisch stets gut geplant, wo sie sich niederlassen wollten. Von den topografischen und geografischen Qualitäten bot ihnen Baden alles, was man sich nur wünschen kann. Diese blühende Vergangenheit muss unbedingt wiederbelebt werden. Die Menschen, die früher die Vorzüge dieser Kleinstadt schätzten, waren nicht dümmer als jene von heute; die Qualitäten von Baden sind dieselben geblieben und müssen mit guten Investitionen wiederbelebt werden. Dann kommen die Leute wieder hierher. Davon bin ich überzeugt. Ich finde es genial, dass Architekt Mario Botta ausgewählt wurde, um das Thermalbadquartier neu zu gestalten.

Mario Botta und auch Sie tragen in ihren Berufen grosse Namen. Wie wichtig ist Popularität im kreativen Bereich?
Knie: Natürlich ist ein gewisser Bekanntheitsgrad förderlich für die öffentliche Aufmerksamkeit. Andererseits müssen sowohl Mario Botta wie auch ich Menschen mit unseren Leistungen überzeugen. Wenn dem nicht so ist, fallen wir viel tiefer als jemand, der weniger populär ist.

Denken Sie, Sie könnten in Baden ein Motiv für eines Ihrer Bilder finden, sofern Sie länger hier verweilen würden?
Knie: Impressionen einer Stadt oder Landschaft inspirieren mich weniger zu meinen Malereien. Aber ich lasse mich gerne von einem historischen Ambiente zum Schaffen anregen. Mir sind alte Hotels in ihrer Einzigartigkeit lieber als moderne und uniforme Gaststätten, wo in jedem Lift die gleiche Musik läuft.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1