DER SCHOGGITALER ist ein Stück Schweiz. Er bedeutet Solidarität und zeigt auf fast schon naive Weise auf, wie sie funktioniert: Wenn viele wenig geben, gibt es am Schluss viel für alle. Zum Beispiel die Brissago-Inseln, das Naturschutzzentrum Aletschwald oder den Silsersee. Lange Zeit konnte man sich darauf verlassen: Wenn der neue Schoggitaler kommt, dann wird er rübis und stübis aufgekauft; die rund 50000 Kinder, die den Taler jeweils zum Kauf anbieten, hatten ein begehrtes Produkt. Doch dieses Jahr ist alles anders. Es hat noch viele Schoggitaler.

ERFUNDEN WURDE der Schoggitaler 1946. Der Silsersee im Engadin hätte gestaut, die Seenlandschaft durch ein Wasserkraftwerk zerstört werden sollen. Um die Gemeinden für die entgangenen Wasserzinseinnahmen zu entschädigen, brauchte es dringend eine geniale Idee. So entstand der Schoggitaler; der Name des Erfinders bleibt im Dunkeln. Jedenfalls wurden innert zweier Tage in der ganzen Schweiz 843420 Taler verkauft. Damit war der Silsersee gerettet und die cleveren Leute von Natur- und Heimatschutz haben seither mit dem Talerverkauf eine feste Einnahmequelle.

DER SCHOGGITALER wird aus Schweizer Biovollmilch sowie Max-Havelaarzertifiziertem Zucker hergestellt und in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung abgepackt. Aber der Absatz harzt. Letztes Jahr wurde noch gut eine halbe Million Taler verkauft, dieses Jahr werden es noch weniger sein. Wenn das so weitergeht, braucht es demnächst eine Schoggitaler-Aktion zur Rettung des Schoggitalers. Wer das verhindern möchte: www.schoggitaler.ch. Da kann man die Taler bestellen. Zum Aufbau von neuen National- und Naturparks.

joerg.meier@azag.ch