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«Es gibt Verbesserungspotenzial»

Das Projekt «Naturnahes Aareufer Flumenthal» wird überarbeitet und dann neu aufgelegt.

Aare

Das Projekt «Naturnahes Aareufer Flumenthal» wird überarbeitet und dann neu aufgelegt.

Auf Bitten der Bauherrin hat der Kanton das Auflageprojekt «Naturnahes Aareufer Flumenthal» zurückgezogen. Das Projekt soll optimiert und nächsten Frühling neu aufgelegt werden.

Rahel Meier

«Wir nehmen die Umweltverbände und ihre Anliegen ernst», erklärte Martin Gutknecht, Verwaltungsrat der Wyss Kieswerk AG (KWW), gestern auf Anfrage. Die Einsprachen seien überprüft worden. «Wir sind überzeugt, dass das Projekt noch Verbesserungspotenzial hat.» Im jetzigen Projektstand können aber keine Nachbesserungen gemacht werden. «Darum haben wir den Kanton gebeten, das vorliegende Projekt zurückzuziehen.» Dann könne es optimiert und voraussichtlich nächsten Frühling neu aufgelegt werden.

Die Umweltverbände waren in die Arbeitsgruppe eingebunden, die das Projekt erarbeitet hat. Die Einsprachen

überraschten deshalb sowohl die Planungsbehörden als auch die Bauherrin, die Wyss Kieswerk AG. In ihrer Einsprache stellten die Umweltverbände die Linienführung der Werkstrasse im Uferbereich infrage. Auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) kritisierte das Projekt nach der Auflage und fordert unter anderem «die gleichzeitige oder vorgängige formelle Feststellung des Gewässerraumes für die Aare». «Artikel 21 der eidgenössischen Wasserbauverordnung verlangt, dass in einer Nutzungsplanung, wie wir sie gemacht haben, genügend Freiraum für ein Fliessgewässer gesichert wird», erklärt Ruedi Bieri (Projektleiter Amt für Raumplanung Kanton Solothurn).

Zugunsten des Kulturlandes

Die Arbeitsgruppe habe die verschiedenen Interessen bei der Planung berücksichtigt. «Wir haben die Interessen der Landwirtschaft gleich gross gewichtet wie die der Umweltverbände.» Werde die Werkstrasse weiter nördlich verschoben, dann gehe relativ viel Kulturland verloren. Unterschiedliche Ansichten gebe es auch bei den so genannten Stillgewässern, die entstehen sollen. «Die Umweltverbände erachten diese als zu wenig wirkungsvoll.» Bieri betont, dass kein neues Projekt erarbeitet werde, sondern das bekannte Projekt optimiert werde. Bei der Neuauflage werde die Strasse zudem im Gelände profiliert.

Baldmöglichst realisieren

Auch Martin Gutknecht macht deutlich, dass es um eine Optimierung gehe. «Unser Ziel ist es weiterhin, das Projekt so schnell wie möglich zu verwirklichen und das Kieswerk via neue Werkstrasse zu erschliessen.» Die Neuauflage bringt eine zeitliche Verzögerung mit sich. Laut Beschluss des Verwaltungsgericht des Kantons Bern sollte das Kieswerk ab Anfang 2012 via neuer Strasse erschlossen werden. «Die Gerichte haben aber auch klar gemacht, dass eine Verlängerung dieser Frist möglich ist, wenn sich der Bau der Erschliessung verzögert.»

Matthias Villiger, Geschäftsführer von Pro Natura Solothurn, ist erfreut über «den Marschhalt». Das Anliegen der Umweltverbände sei immer noch das Gleiche. «Wir möchten die Uferschutzzone der Aare in Flumenthal raumplanerisch stärken. Wir fragen uns, ob es rechtlich zulässig ist, in diesem sensiblen Bereich eine Strasse zu bauen.

Eine Arbeitsgruppe der kantonalen Fachstellen soll nun umgehend und in Kenntnis der Anliegen der Umweltverbände und des BAFU Verbesserungsvorschläge prüfen und das Projekt nachbessern. Sodann soll das konkretisierte und optimierte Projekt auf Übereinstimmung mit dem Ergebnis der bereits im Zuge des Genehmigungsverfahrens der Überbauungsordnung «Hobühl»/Attiswil durchgeführten Variantenvergleiche der Erschliessung geprüft werden, das von den zuständigen Verwaltungs- und Gerichtsbehörden mehrfach als richtig erkannt wurde. (mgt)

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