Alois Winiger

Der Magenbrotverkäufer überlegt einen Moment, bevor er die Frage beantwortet, ob er die neue Einteilung des Herbstmarktes gut findet: «Grundsätzlich ist eine neue Situation nie gut für einen traditionellen Markt, besonders wenn man eine Stammkundschaft hat», schickt er voraus. Ihm selber spiele es keine Rolle, weil er den angestammten Platz behalten konnte. Doch was die neue Situation in Oensingen angeht, hat er eine klare Meinung: «Es ist sicher besser, den Markt in Richtung Dorf zu verschieben, als ihn wie bisher gegen das östliche Dorf-ende hinaus auslaufen zu lassen. Es gibt dem Markt ein besseres Bild.»

Seit diesem Jahr endet die Marktstrecke beim Rössliplatz. All jenen, die weiterhin am montäglichen Oensinger Herbstmarkt - ein Bestandteil des Zibelimärets - präsent sein wollen, ist ein neuer Platz zwischen Abzweigung Kestenholzstrasse und Pflugerplatz zugeteilt worden.

Hier Vorteil, dort Nachteil

Der Mann mit den Lederwaren hatte in früheren Jahren seinen Stand nahe beim Rummelplatz, jetzt hat er ihn viel weiter westlich davon aufgebaut. «Ich bin froh, hier zu sein, auch wenn mich die Leute zuerst suchen müssen», sagt er. Der Lärm vom Rummelplatz sei für ihn nicht sehr angenehm gewesen. Die Hut- und Handschuhverkäuferin sieht es anders. Sie wäre lieber in Rummelplatznähe geblieben. «Ja, der Lärm war schon da, dafür aber auch mehr Betrieb», argumentiert sie. Aber sie wolle sich nicht beklagen, denn der neue Standort biete auch einen Vorteil, indem sie ihr Transportfahrzeug gleich beim Stand abstellen könne. «Das war vorher unmöglich.» Zum ersten Mal in Oensingen ist ein Mann mit vielen Seifen auf seiner Auslage. Es gefalle ihm gut, sagt er spontan. «Hier hat man das Gefühl, im Dorf drin zu sein.» Er sei sich praktisch jetzt schon sicher, dass er nächstes Jahr wieder dabei sein werde.

Es braucht Zeit

In einem stimmten alle befragten Marktfahrerinnen und -fahrer überein: Man müsse den Leuten Zeit lassen, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Und wie es gestern Nachmittag schien, wird dies wohl nicht sehr lange dauern. Denn die neue Marktstrecke füllte sich zusehends mit Publikum. Man äusserte sich positiv, Es wirke alles grosszügiger als vorher auf der Oltenstrasse. Auch sei der Zugang von den Parkplätzen her besser. Diese allerdings werden noch nicht so genutzt, wie es die Organisatoren gerne hätten. Nächstes Jahr wolle man systematisch gegen die wilde Parkiererei vorgehen.