Es fehlt die Bewilligung fürs Fest

Für morgen Samstag ist bei Martin Wyss in Kappel das Barraca-Festival angesagt. Doch die Wirte-Bewilligung steht noch aus.

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Barraca-Organisator Martin Wysshofft auf eine superprovisorische Bewilligung für seinen Anlass. «Im schlimmsten Fall kann ich die Gäste auf Bier und Wurst einladen.» Doch die Bewilligung fürs Wirten ist nur das eine, Wyss braucht auch eine für eine Nutzungsänderung bei seiner Liegenschaft. Laut Gemeindepräsident Rainer Schmidlin hat Wyss jedoch kein Gesuch eingereicht. «Hätten Sie Freude, wenn Sie in einem Wohnquartier ein Haus kaufen und dann feststellen, dass ein Nachbar drei- bis viermal pro Jahr ein Festival-Weekend durchführt?»

Ein Nachbarschaftsstreit?

Wyss kontert: «Bis jetzt wurden keine Anzeigen wegen Lärmbelästigung eingereicht.» Hingegen hätten Nachbarn die Gemeinde auf bauliche Veränderungen bei seiner Liegenschaft aufmerksam gemacht. Was offenbar dazu führte, dass Wyss die Wirte-Bewilligung nicht erhalten hat. Das grosse Zelt auf seinem Grundstück könne er jederzeit innerhalb eines Tages abbrechen, dafür brauche er also keine Bewilligung. «Ist das eine Nutzungsveränderung», fragt sich Wyss. Er hat aber auch noch eine kleine Mauer abgerissen und an der Fassade etwas verändert. Das habe doch alles nichts mit der Wirte-Bewilligung zu tun, meint Wyss. Doch Dino Siegenthaler, Dienststellenleiter beim kantonalen Amt für öffentliche Sicherheit, sieht es anders: «Wenn die örtlichen, baulichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind, können wir keine Wirte-Bewilligung erteilen.» Gemeindepräsident Schmidlin fügt noch hinzu: «Das Zelt steht seit einigen Monaten und muss deshalb als feste Baute angesehen werden.» Weiter stellt der die Sicherheit infrage: «Stellen Sie sich vor, die Heuballen neben dem Zelt beginnen zu brennen, und es sind 200 Gäste da?»

Es begann im kleinen Rahmen

Als das Fest zum ersten Mal stattfand, war das alles noch kein Problem, weil dies auch im kleinen Rahmengeschah. Doch nun finde es regelmässig statt und werde immer grösser, deshalb müsse diese Nutzungsänderung abgeklärt und bewilligt werden, betont Schmidlin. Es brauche ein Abfall- und Schallkonzept, feuerpolizeiliche Abklärungen, Absperrungen etc. Die Baukommission habe Martin Wyss alles Nötige mitgeteilt. «Er musste damit rechnen, dass es eng wird», denn man habe ihn nicht erst am 10. Juni darauf hingewiesen, dass für die Nutzungsänderung ein Gesuch nötig sei.

Schmidlin findet es schade, dass es so weit kommen musste. «Wenn wir erfahren, dass das Fest ohne Bewilligungen stattgefunden hat, müssen wir Anzeige erstatten.» Doch wenn alles rechtens sei, stehe der Gemeinderat gerne hinter dem Festival. Denn: «Würde Martin Wyss nicht ein solches Fest organisieren, müssten man sich überlegen, ob nicht die Bildungs- und Kulturkommission eines auf die Beine stellen sollten. Natürlich nicht kommerzieller Art.» Und selbstverständlich nach gesetzlichen Grundlagen. (con/wak)

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