Breitenbach
Es brennt bei der Feuerwehr

Die Zukunft der teuren Breitenbacher Stützpunktfeuerwehr ist unsicher. Jetzt kündigen zehn von elf Feuerwehroffizieren den Rücktritt an.

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Feuerwehr

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Roland Bürki

Schon an der Gemeindeversammlung vor einer Woche spürten die 147 Stimmberechtigten instinktiv, dass es bei der Feuerwehr schwelt. «Ist in Sachen Stützpunktfeuerwehr etwas unterwegs?», hatte der Feuerwehr-Oberleutnant Christoph Kohler etwas gereizt gefragt, nachdem Gemeindepräsident Dieter Künzli das von Kohler monierte Schlauchauslegefahrzeug vorläufig aus den Investitionen ausgeklammert hatte. Dieses Fahrzeug sei nur bei einer Stützpunktfeuerwehr erforderlich, sagte Künzli.

Die Solothurnische Gebäudeversicherung (SGV) verlange in Breitenbach aber ausdrücklich keine Stützpunktfeuerwehr. Künzli betonte, nach der Klärung der Stützpunktfrage komme das Geschäft im Herbst wieder auf den Ratstisch. Im übervollen Saal der Schwedenschanze hatte das Thema aber keine Emotionen ausgelöst.

Zehn Offiziere treten zurück

«Zehn der elf Feuerwehroffiziere, darunter auch der Kommandant, haben ihren Rücktritt auf Ende Jahr erklärt», informierte Gemeindepräsident Dieter Künzli nach der Ratssitzung vom Montagabend die Presse. Die Unsicherheit über den künftigen Status der Feuerwehr habe sie zu diesem Schritt veranlasst. Allein könne sich Breitenbach nach dem Ausstieg der Von Roll und dem damit verbundenen Wegfall von 100 000 Franken einen Stützpunkt nicht mehr leisten. Die Kosten pro Einwohner würden von 38 auf 68 Franken steigen, und das sei nicht tragbar, machte der Gemeindepräsident deutlich. Er bedaure die Demissionen und sprach den zehn Offizieren «mit seinem Respekt für ihren langjährigen, guten Job» ein Dankeschön aus.

Künzli gab aber zu bedenken, dass heute weltweit Mitarbeiter mit grossen Unsicherheiten konfrontiert seien und damit umzugehen hätten. «Jetzt machen wir uns mit einem ‹Turboeinsatz› daran, auf nächstes Jahr eine schlagkräftige, bezahlbare Feuerwehr auf die Beine zu stellen», versprach Künzli.

Weil die umliegenden Gemeinden vor allem aus finanziellen Gründen kein Interesse an einem Stützpunkt Breitenbach bekundet hätten, gehe es zwangsläufig in Richtung Dorffeuerwehr - mit halbiertem Personalbestand.

Kein Kommentar

Nach der Ratssitzung vom Montag kann nur vermutet werden, dass das Offizierskader unter allen Umständen am Stützpunktstatus festhalten wollte, während der Gemeinderat, gestützt auf die anders lautenden Aussagen der Gebäudeversicherung, auch in Richtung der finanziell besser verkraftbaren Dorffeuerwehr evaluierte. «Wir lassen unsere Demission im Raum stehen und geben keinen Kommentar dazu ab», sagt Hauptmann Stephan Henzi namens der Offiziere. Der Kommandant selbst, Major Jürg Noser, war nicht erreichbar.