Islam

Erster Moslem in Frick bestattet

Einzig sas schlichte T-Kreuz weist auf die Grabstelle hin: 2008 wurde hier auf dem Friedhof in Frick ein Moslem bestattet.

Erster Moslem in Frick

Einzig sas schlichte T-Kreuz weist auf die Grabstelle hin: 2008 wurde hier auf dem Friedhof in Frick ein Moslem bestattet.

Auf dem Friedhof wurde ein Anhänger des Islams bestattet. Auf die Grabstätte des bisher ersten in Frick beigesetzten Moslems deutet lediglich ein hölzernes T-Kreuz hin.

Walter Christen

Es gab weder für die weltlichen noch für die kirchlichen Behörden von Frick einen Grund, jemanden aus einer fremden Kultur, der im Fricktal gelebt und gearbeitet hat, nach seinem Ableben nicht auf dem Friedhof zu beerdigen. An anderen Orten wirft eine solche Bestattung hin und wieder Fragen auf, und der Ruf nach einem separaten Gräberfeld für Andersgläubige wird laut. Nicht so in Frick. Erstmals wurde dort auf dem Friedhof ein Moslem beigesetzt. Das war 2008, wie aus dem Jahresbericht der Friedhofkommission (FHK) hervorgeht.

Verwandte einverstanden

«Was sich auf den ersten Blick als schwierige Frage präsentierte, war in der Praxis unproblematisch. Der Mann konnte in den normalen Gräberfeldern zur letzten Ruhe gebettet werden. Sein Grabmal sieht fast aus wie ein Kreuz», so die FHK, und weiter: «Seine Verwandten waren mit allen Einschränkungen, die unser Friedhofreglement auferlegt, einverstanden. Zudem sind diese Andersgläubigen unter uns, gehen mit uns einkaufen, werden in denselben Spitälern behandelt - warum sollten sie also, wenn sie es ausdrücklich wünschen, nicht auch im Tod mit den verstorbenen Christen zusammen sein?» Die Frage sei jedenfalls den kirchlichen Behörden zur Stellungnahme unterbreitet worden, und diese hätten keinerlei Bedenken geäussert und der Bestattung des Moslems auf dem Friedhof in Frick zugestimmt, so die FHK weiter in ihrem Jahresbericht.

Neben anderen beigesetzt

Der Friedhof in Frick besteht schon lange, und die erste Beerdigung eines Anhängers des Islams war bisher die Ausnahme. «Ich finde es aus persönlicher Sicht in Ordnung, dass die Bewilligung für diese Bestattung erteilt werden konnte», hielt die reformierte Fricker Pfarrerin Maja Petrus im Gespräch mit der AZ fest. Es sei erfreulich, dass es in Frick auf unkomplizierte Art und Weise möglich sei, einen aus einem fernen Land stammenden und mit fremden Sitten und Gebräuchen vertrauten Menschen nach seinem Ableben neben allen anderen beizusetzen.

Es gebe sicher Kompromisse zwischen dem Friedhofreglement und den Bedürfnissen des Verstorbenen und dessen Hinterbliebenen, erwähnte Maja Petrus. «Und zu bemerken ist natürlich noch, dass der Friedhof der politischen Gemeinde gehört und nicht den Kirchgemeinden.»

Reformierte bei Katholiken

Auch in anderer Hinsicht sind die Kirchen in der Region offen. Maja Petrus: «Wenn in einer unserer reformierten Diasporagemeinden eine Beerdigung stattfindet, dürfen wir die örtlichen katholischen Kirchen für die Abdankungsfeiern benützen.»

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