Erste Klage eines Lehman-Opfers gegen Credit Suisse

Kläger Opfer der Lehman-Pleite

Kläger Opfer der Lehman-Pleite

Bern (sda) Ein Kunde der Credit Suisse, der mit Anlagen der untergegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers Verluste gemacht hatte, klagt gegen die CS. Die Klage sei in Zürich hängig, sagte ein Anwalt der Geschädigten der Sendung «10vor10».

Die Klage liege beim Friedensrichteramt in Zürich, erklärte der Anwalt Matthias Schwaibold am Mittwochabend in der Sendung des Schweizer Fernsehens. Ohne Einigung gehe sie an das Bezirksgericht weiter.

Der Kläger fühle sich von der CS falsch beraten, besonders was die Sicherheit der angebotenen Lehman-Brothers-Produkte betreffe, sagte Schwaibold. Er habe über 10 000 Franken in solche Produkte investiert und nach dem Untergang von Lehman Brothers Totalverlust erlitten.

CS-Konzernchef Brady Dougan sagte in "10vor10", seine Bank habe sich stark um verantwortungsvolles Handeln bemüht. So habe sie 2000 Kunden mit über 100 Mio. Fr. entschädigt, wie bereits früher kommuniziert. CS habe das Nötige getan.

Für Schwaibold sind die erfolgten Zahlungen ein Eingeständnis begangener Fehler durch die Bank, wie er gegenüber der Sendung ausführte. Er rechne mit weiteren Klagen geschädigter CS-Kunden.

Nach früheren Angaben der CS lehnten nur elf Kunden das Entschädigungsangebot der Bank ab. Nur 0,3 Prozent aller Kunden wurden durch die Lehman-Pleite betroffen.

Die CS entschädigt Kunden, die bis Ende August weniger als 500 000 Fr. auf CS-Konten hatten und die mit mindestens 50 Prozent ihrer Anlagen in Lehman-Produkte investiert waren. Hunderte von Betroffenen hatten eine "Schutzgemeinschaft" gegründet und wurden bei staatlichen Behörden vorstellig.

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