Mormonen-Kirche
Erst Bodenfrost, dann wird es weich und lehmig

Schon lange haben sich die Mitglieder der Gemeinde «Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage» in Altstetten ein eigenes Kirchgemeindehaus gewünscht. In Bonstetten geht der Traum nun in Erfüllung. Gebaut wird unter erschwerten Bedingungen.

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Erst Bodenfrost, dann wird es weich und lehmig

Erst Bodenfrost, dann wird es weich und lehmig

Von Thomas Stöckli
Wer am vergangenen Samstag zwischen Bonstetten und Wettswil unterwegs war, dem bot sich ein aussergewöhnliches Bild: Trotz eisigem Wind und Schneegestöber hatten sich an der Bonstetter Heumattstrasse zahlreiche Leute versammelt, um gemeinsam zu feiern und zu singen. Grund war der Spatenstich für ein neues Gotteshaus.
Vor dem Aushub entwässern
Das Kirchgemeindehaus der Kirche Jesu Christi Altstetten kommt auf lehmigem Grund zu stehen und wird deshalb mit 30 Meter langen Pfählen abgestützt. Soweit in den Grund reiche nämlich die Schicht der urzeitlichen Seeablagerungen, erklärt Architektin Melanie Hirt vom Architekturbüro Gartner, Wettingen. Bevor mit dem Aushub begonnen werden kann, gilt es daher, den Bau-Bereich zu entwässern. Dies geschieht durch Vakuumpumpen, verteilt auf rund 150 Bohrungen - je 41⁄2 Meter tief.
Als Schutz gegen den hohen Grundwasserspiegel wird für die Tiefgarage im Untergeschoss wasserundurchlässiger Beton verwendet. Im Erdgeschoss befinden sich verschiedene Gruppenräume und ein grosses Taufbecken. Darüber liegt die Kapelle mit Podium und variierbarer Raumaufteilung: Der Hauptsaal bietet Platz für 190 Leute und lässt sich noch um zweimal 30 Plätze vergrössern.
Standard-Gebäude leicht abgeändert
Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist heute die mit Abstand grösste mormonische Gemeinschaft. Ihren Hauptsitz hat sie in Salt Lake City, Hauptstadt des US-Bundesstaats Utah. Über 50 Jahre mussten sich die Mormonen von Zürich-West gedulden, ehe sie in knapp zwei Jahren die eigenen vier Wände beziehen dürfen. Für das Bonstetter Kirchgemeindehaus war ursprünglich ein Standard-Gebäude nach US-Vorlage geplant. Weil dieses mit seinem Turm auf dem Dach nicht bewilligungsfähig war, wird es nun in leicht abgeänderter Form - mit Turm neben dem Gebäude - umgesetzt. Das neue Kirchgemeindehaus soll nicht nur Raum für Gottesdienste, sondern auch für andere Veranstaltungen bieten, «sofern diese den Wertvorstellungen der Kirche nicht widersprechen und keinem politischen oder kommerziellen Zweck dienen», stellt Bischof (das entspricht in etwa der Funktion eines Pfarrers) Walter Huwiler klar.

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