Zur Schau gestellt wird "JJ3" in einer neuen Dauerausstellung über Raubtiere, wie das Museum mitteilte. Elf Raubtier-Arten lebten im vorletzten Jahrhundert noch in den Bündner Alpen. Wolf, Luchs, Fischotter und Bär wurden ausgerottet. Jedoch gibt es Anzeichen, dass sie wieder heimisch werden.

Der von den Behörden verfügte Abschuss von "JJ3" in der Region von Thusis am 14. April 2008 bewegte Tierfreunde in der Schweiz und im Ausland. Fehlende Menschenscheu auf der Futtersuche in besiedelten Gebieten war dem Einwanderer zum Verhängnis geworden. Sogar Katzenteller leckte er aus. Der Problembär wurde zum Sicherheitsrisiko für Menschen und zum Risikobären umklassiert.

Vor dem tödlichen Schuss hatten die Behörden Angebote zur Platzierung des zweijährigen Männchens im Berner Tierpark Dählhölzli oder in einem Bärenschschutzzentrum abgelehnt. "JJ3" war im Juni 2007 aus dem Wiederansiedlungsprojekt "Life ursus" im Trentino (I) in Graubünden eingewandert, etwa zur gleichen Zeit wie sein Halbbruder "MJ4", der inzwischen südwärts gezogen ist.

"JJ3" erlebte das gleiche Schicksal wie sein Bruder "JJ1" alias "Bruno", der Ende Juni 2006 in Bayern zur Strecke gebracht wurde. Ein weiterer Bruder, "JJ2" alias "Lumpaz", war der erste Bär, der im Sommer 2005 nach rund 100 Jahren wieder in Graubünden einwanderte. Er ist verschollen.

Vor "JJ3" wurde letztmals in der Schweiz im September 1904 im Unterengadin ein Braunbär erlegt. Das Präparat des Weibchens ist im Bärenmuseum im Val S-charl bei Scuol zu sehen.