Automobil
Erneuter Tesla-Brand: Empa-Fachmann relativiert Risiko von Elektroautos

Schon wieder hat ein Elektroauto des kalifornischen Herstellers Tesla Motors gebrannt. Es ist bereits das dritte Mal innert weniger Wochen. Und wieder war es ein Wagen vom 416 PS starken Typ «Model S».

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Der abgefackelte Tesla

Der abgefackelte Tesla

Keystone

«Teslas Albtraum» nennen US-Journalisten den jüngsten Vorfall eines brennenden Edel-Stromers im US-Bundesstaat Tennessee.

Es ist der dritte Brand eines der über 70’000 Dollar teuren Elektroflitzer innerhalb weniger Wochen.

Beim aktuellen Fall war der Wagen über ein Metallteil gefahren, das dabei die Akku-Umhüllung aufgeschlitzt hat. Auch bei den anderen beiden Vorfällen in Seattle und Mexiko wurde die Akkuhülle mechanisch beschädigt.

Weshalb aber geht ein Akku in Flammen auf? Der Batterien-Experte der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), Marcel Held, kennt das Problem.

Marcel Held, Elektronikspezialist bei der Empa

Marcel Held, Elektronikspezialist bei der Empa

ho

«Die Batterie ist zwar geschützt in einem festen Gehäuse. Ist aber genügend Gewalteinwirkung vorhanden, kann die Zelle zerstört werden.»

Die Folge sei ein interner Kurzschluss, bei dem chemische Reaktionen ablaufen, «die man nicht mehr stoppen kann», so Held. Die Folge: Der Akku beginnt zu brennen.

Sind Elektroautos also gefährlicher als herkömmliche? «Nein», sagt der Fachmann. «Die Batterien begannen ja nicht von alleine zu brennen, sondern nach einer massiven mechanischen Gewalteinwirkung.»

Dies war bei allen drei Tesla-Bränden der Fall. In Mexiko prallte der noble Bolide mit hoher Geschwindigkeit in eine Mauer, in Seattle war es wiederum ein Metallteil, das die Batterie beschädigte.

Zusätzlich relativiert werden die Tesla-Vorfälle durch eine Statistik der Nationalen Brandschutzbehörde der USA: An die 150’000 herkömmliche Benziner sind in den USA im letzten Jahr in Flammen aufgegangen.

Nervöse Börsianer

Den Anlegern an der Börse sind diese Fakten indes völlig egal. Sie sorgen sich um die Sicherheit von Elektroautos.

Das hat sich auf den Börsenkurs des Tesla-Titels niedergeschlagen: Nach Bekanntwerden des erneuten Zwischenfalls stürzte der Stromer-Titel zeitweise um bis zu 12 % ab.

Auch die dritten Quartalszahlen in diesem Jahr enttäuschten die Börsianer: Anstatt der erhofften 7’000 wurden «nur» 5’500 des «Model S» ausgeliefert.

Dennoch wird das junge Unternehmen an der Börse immer noch als wertvoller eingestuft als etwa die kriselnden Traditions-Häuser wie Fiat oder Peugeot. (aru)