Dies sagte die Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation Cenidh, Vilma Nuñez, der Nachrichtenagentur AFP. Die Lage im umkämpften Stadtteil Monimbó sei schrecklich. Die Staatsmedien bestätigten den getöteten Polizisten, machten darüber hinaus aber keine Angaben.

Die regierungstreuen Kämpfer hatten zuvor einen neuen Angriff auf die Oppositionshochburg Masaya gestartet und dabei den Stadtteil Monimbó angegriffen. Polizisten und vermummte Paramilitärs mit Sturmgewehren riegelten alle Strassen zu dem Stadtteil ab, von dort war Gewehrfeuer zu hören. Auf Videos in sozialen Netzwerken im Internet waren Rebellen in Monimbó zu sehen, einige waren mit selbstgebauten Mörsergranaten bewaffnet.

Informationsbeschaffung eingeschränkt

Eine Gruppe von Journalisten, die versuchte, nach Monimbó zu gelangen, um sich ein Bild von der Lage zu machen, wurde von regierungstreuen Kämpfern beschossen. Nach Angaben von Bewohnern rückten am Dienstag mehr als tausend Männer mit Schnellfeuerwaffen in das 100'000 Einwohner zählende Masaya vor.

Masaya liegt rund 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Managua gilt als Hochburg der regierungskritischen Proteste. Die Unruhen in dem mittelamerikanischen Land hatten Mitte April begonnen, als Sicherheitskräfte Demonstrationen gegen später zurückgenommene Rentenkürzungen gewaltsam niederschlugen. Seither weiteten sich die Proteste auf das ganze Land aus. Sie richten sich inzwischen gegen den autoritären Regierungsstil von Staatschef Daniel Ortega und seiner Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo. Mehr als 280 Menschen wurden bereits getötet.