Erlebnisrundgang und 160 neue Sträucher

An zwölf Posten boten sich am Pfingstsamstag Einblicke in einen vielfältigen Naturraum. Am erstmals durchgeführten Biodiversitätstag beteiligten sich Aeugster Behörden, Organisationen und Vereine.

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Thomas Stöckli

«Isch's witer unde chalt und grau, gsehnd mir ufs Näbelmeer», heisst es im «Aeugsterlied», mit welchem der gemischte Chor vor dem Schulhaus Gallenbühl den Biodiversitätstag eröffnete. Von Nebel war am Samstagvormittag zwar keine Spur, trotz Sonnenschein sorgte eine Bise für frische Verhältnisse. Längs der Tartanbahn setzten Schulkinder unter der Anleitung von Hauswart Kurt Roshardt 160 Sträucher von der Hunds-Rose über Vogelbeere, Schwarzen Holunder bis hin zum Liguster. Sie sollen künftig einheimischen Vogelarten als Nistplatz und Deckung, Nahrungsraum und Sitzwarte dienen.

«Steinmannli» und Mandala

Anschliessend bot sich Gelegenheit, einen Einblick in den vielfältigen Naturraum in und um Aeugst zu gewinnen. Mit Eichhörnchen-Tafeln war ein rund sechs Kilometer langer Erlebnisrundgang ausgeschildert, in dessen Verlauf Vertreter der lokalen Jagdgesellschaft, des Imkervereins oder der Naturschutzkommission über ihr Handwerk informierten. Der Elternverein lud derweil ein zum Bau von «Steinmannli», zur Gestaltung eines Mandala oder zum Grillen, die Jungschützen stellten den neuen Kugelfang der Schiessanlage vor und die Theatergruppe hatte Sitzwarten für Greifvögel zum Thema.

Lebensraum für seltene Arten

Wenn eine Wiese gelb ist, ist das kein gutes Zeichen, heisst es. Löwenzahn beispielsweise ist ein Indikator für (zu) nährstoffreichen Wiesen. Das kantonale Amt für Landschaft und Natur (ALN) informierte über Buntbrachen, stillgelegte Feldbereiche, welche mit einheimischen Wildkräutern angesät werden. Buntbrachen dürfen futterbaulich nicht genutzt werden. Die mehrjährigen Flächen bieten seltenen Pflanzen und Tieren wie Distelfinken und Kiebitzen, Igeln und Feldhasen wertvollen Lebensraum zwischen den intensiv genutzten Ackerflächen.

Zehntausende Felchen

Am Stand des Sportfischvereins Türlersee informierte dessen Präsident Ernst Walter über das Pachtgewässer und seinen Fischbestand. «Felchen hat es im Türlersee zu Zehntausenden», so Walter.

Mit bis zu anderthalb Metern Länge und einem Gewicht von 20 Kilogramm ist der Hecht unangefochtener Herrscher im Türlersee, «der Traum von jedem Fischer», wie Ernst Walter betont. Als Pächterin kümmert sich die Pachtgesellschaft Türlersee unter anderem um Arterhaltung, Bestandskontrollen und die Ausgabe von Patenten. Grundsätzlich darf am Türlersee jeder vom Ufer aus mit natürlichen Ködern fischen. Alle künstlichen Köder sowie lebende und tote Fische sind jedoch verboten.