Das Epizentrum des Bebens, das sich um 05.15 Uhr Ortszeit (00.15 MESZ) ereignete, lag nach Angaben der indonesischen Geologen südöstlich von Sinabang, einer Stadt auf der Sumatra vorgelagerten Insel Simeulue. Das Beben erreichte die Stärke 7,2. Aus Sinabang wurden zunächst 17 Verletzte gemeldet, davon vier Schwerverletzte.

In Banda Aceh an der Nordspitze Sumatras, wo bei der Tsunami-Katastrophe Ende 2004 zehntausende Menschen ums Leben kamen, fiel durch das Beben der Strom aus, der Mobilfunk blieb jedoch funktionsfähig. Zahlreiche Bewohner stürmten nachts auf die Strasse.

"Ich schlief, als das Erdbeben zuschlug", sagte der 30-jährige Agus aus Banda Aceh, der bei der Tsunami-Katastrophe Weihnachten 2004 seine Mutter verlor. "Ich weckte meine Frau und meine beiden Kinder, wir sprangen alle auf das Moped, um uns weiter oben in Sicherheit zu bringen." Seine Nachbarn seien ebenfalls in Panik geraten. "Die Erinnerungen von 2004 wurden wieder wach."

Indonesien befindet sich auf dem so genannten pazifischen Feuerring, einem Gebiet mit hoher seismischer Aktivität und hunderten Erdbeben jährlich. Zuletzt hatte Ende September ein Erdbeben der Stärke 7,6 weite Teile Sumatras schwer erschüttert.

Das Epizentrum lag damals vor der weiter südlich gelegenen Küstenstadt Padang, nach Angaben der Vereinten Nationen kamen mindestens 1100 Menschen ums Leben.