Restauriert
Er pinselt auf einem Gemälde von 1618 rum – und entfernt so 200 Jahre alten Schmutz

Eine faszinierende Transformation: Der britische Kunsthändler und TV-Moderator Philip Mould zeigt mit gar hypnotisch wirkenden Twitter-Videos die Restauration eines Ölgemäldes aus dem 17. Jahrhundert.

Elia Diehl
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Das Video dokumentiert die Restaurierung eines Ölgemäldes aus dem 17. Jahrhundert: Fast schon andächtig wird Jahrhunderte alter Schmutz und Dreck wegwischt – und gibt die, lange unter der vergilbten Oberfläche versteckten, kräftigen und satten Farben des Porträts frei.

Doch was macht Kunsthändler Philip Mould da eigentlich genau? Er entfernt eine 200 Jahre alte Lackschicht, die aufgetragen wurde, um ein Gemälde vor Abnutzung zu schützen. Der ungewünschte Nebeneffekt dieses Schutzlackes: Er vergilbt über die Jahre. Daher ist es nicht unüblich, diesen mit einem Lösungsmittel zu entfernen und danach das Bild neu zu versiegeln, um die ursprüngliche Farbenpracht zurückzuholen.

Vorausgesetzt natürlich, man weiss, was man tut: 2013 wollte eine spanische Rentnerin ein Jesus-Bild in einer Kirche restaurieren.Die 82-Jährige hatte dabei die Wandmalerei «Ecce homo» des Malers Elías García Martínez komplett verunstaltet. So wurde aus Fresko von Jesus Christus das Bildnis eines affenähnlichen Wesens, das im Internet viel Spott auf sich zog.

Das Fresko vor der Behandlung (links) und das Resultat der missglückten Restauration (rechts)

Das Fresko vor der Behandlung (links) und das Resultat der missglückten Restauration (rechts)

Keystone

Mysteriöse «Lady in Red»

Im Video wird allerdings sehr behutsam und professionell vorgegangen. Von der Restauration erhofft man sich auch, mehr über die Hintergründe des Kunstwerkes von 1618 zu erfahren. Versteckte Details, Muster und Farben sollen bei der Identifizierung der Porträtierten helfen.

Was am mit Sicherheit gelungen ist: Die «Dame in Rot» hat eine eindrückliche Transformation hinter sich und wurde zum Leben erweckt.