Er fährt Seifenkiste im Bob-Design

Der Teufenthaler Adrian Hochstrasser fuhr mit seiner Seifenkiste aus Carbon auf den ersten Platz. 83 Pokale stehen bereits im Zimmer des neuen Schweizer Meisters.

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Seifenkiste

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Aargauer Zeitung

Irena Jurinak

Die Seifenkistenrennen fordern die ganze Familie Familie Dubach aus Rottenschwil im Freiamt ist ganz dem Seifenkistenfieber verfallen. Der 12-jährige Patrick und die zwei Jahre jüngere Celine nehmen jedes Jahr an rund 20 Rennen teil. An der Schweizer Meisterschaft fuhr Patrick auf den fünften Platz und auch Celine klassierte sich in der vorderen Hälfte. Engagiert sind aber nicht nur die Kinder. Vater Peter Dubach ist der Mechaniker im Rennstall, wohingegen die Mutter Kathrin Dubach das Organisatorische meistert und akribisch die Erfolge ihrer Kinder mit Fotos und Videos dokumentiert. «Dieses Hobby kann man nur als ganze Familie machen, der Aufwand dafür ist gross», sagt Kathrin Dubach. Gemeinsam fahren sie von April bis September fast jedes Wochenende an ein Rennen, nur in den Sommerferien gibt es eine Pause. Dann und während der Wintermonate arbeiten sie an den Seifenkisten. Die zwei rund 2500 Franken teuren Fahrzeuge müssen gewartet werden. «Wir ölen die Räder und schleifen sie, damit der Grip besser ist», erklärt Patrick. (ama)

Die Seifenkistenrennen fordern die ganze Familie Familie Dubach aus Rottenschwil im Freiamt ist ganz dem Seifenkistenfieber verfallen. Der 12-jährige Patrick und die zwei Jahre jüngere Celine nehmen jedes Jahr an rund 20 Rennen teil. An der Schweizer Meisterschaft fuhr Patrick auf den fünften Platz und auch Celine klassierte sich in der vorderen Hälfte. Engagiert sind aber nicht nur die Kinder. Vater Peter Dubach ist der Mechaniker im Rennstall, wohingegen die Mutter Kathrin Dubach das Organisatorische meistert und akribisch die Erfolge ihrer Kinder mit Fotos und Videos dokumentiert. «Dieses Hobby kann man nur als ganze Familie machen, der Aufwand dafür ist gross», sagt Kathrin Dubach. Gemeinsam fahren sie von April bis September fast jedes Wochenende an ein Rennen, nur in den Sommerferien gibt es eine Pause. Dann und während der Wintermonate arbeiten sie an den Seifenkisten. Die zwei rund 2500 Franken teuren Fahrzeuge müssen gewartet werden. «Wir ölen die Räder und schleifen sie, damit der Grip besser ist», erklärt Patrick. (ama)

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Die Siegerkiste steht vor dem Haus: Schwarz glänzt die Karosserie, die Reifen und die seitlichen Zierstreifen blitzen in aggressivem Rot. Zum windschnittigen Design liessen sich Adrian Hochstrasser aus Teufenthal und sein Vater von einem Bob inspirieren. Den ganzen Winter haben sie an der schnellen Kiste aus Carbon - das ist ein Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, der auch in der Luft- und Raumfahrt gebraucht wird - gebaut. Sie haben Modelle aus Sagex gebastelt, Testfahrten absolviert, das Design fortlaufend verbessert. «Mit einer Kiste aus Holz kann man nicht vorne mitfahren», sagt Vater Ruedi Hochstrasser.

Ende Juni fuhr der 15-jährige Adrian mit 27 Hundertstel Vorsprung auf den 1. Platz der offiziellen Schweizer Meisterschaft in Jenins, Graubünden und liess 61 Konkurrenten hinter sich. «Das ist für mich ein Höhepunkt», sagt Adrian und lacht, obwohl ihn der Sieg seine langen Haare gekostet hat. «Ich habe gesagt, wenn ich gewinne, gehe ich zum Coiffeur.» Seifenkisteler Heinz Lüscher aus Brugg freute sich so über den Aargauer Sieg, dass er ihn der AZ Sommerreporterin meldete. Der Zusammenhalt in der Seifenkistengemeinschaft ist gross. Hochstrassers betonen, dass der Sieg ohne Technische Partner sowie Sponsoren und Gönner nicht möglich gewesen wäre.

Adrians Stärke: Sein gutes Gedächtnis

Seit sechs Jahren nehmen die Söhne der Familie Hochstrasser an Seifenkistenrennen teil. Am Anfang mit einer gemieteten Seifekiste aus Holz. Weil Adrian und sein älterer Bruder Fabian, der mittlerweile zu alt für die Rennen ist, leidenschaftlich bei der Sache waren, kauften Hochstrassers eine eigene Seifenkiste.

Jedes Wochenende ist die Familie auf Tour, alle sind eingespannt. Mutter Rosmarie Hochstrasser kümmert sich um die Rennkleider, die Startnummern und die Verpflegung, Vater Ruedi hilft bei den technischen Vorbereitungen. Sommerferien liegen da nicht mehr drin. «Dafür hat unser Hobby die Familie zusammengeschweisst und wir besuchen Orte, die wir sonst nicht sehen würden», sagt Rosmarie Hochstrasser. Sogar über eine von der Gemeinde bewilligte Übungsstrecke oberhalb der Badi in Dürrenäsch verfügen Hochstrassers. «Die Leute kennen uns schon und haben Verständnis, wenn sie von meiner Frau, die den Verkehr regelt, umgeleitet werden», sagt Ruedi Hochstrasser und lacht. «Aber eigentlich trainieren wir nicht oft, sondern fahren bei möglichst vielen Rennen mit.» Rund 30 sind das pro Jahr. Um auf den rund einen Kilometer langen Strecken die Schikanen zu umfahren, braucht der Fahrer eine gute Technik. «Das ist schwierig. Man muss bremsen, aber nicht zu stark um den Schwung mitzunehmen, denn Beschleunigen kann man nicht. Und man muss wissen, an welcher Stelle man bremsen muss», erklärt Adrian.

Vor jedem Rennen läuft er die Strecke zu Fuss ab, vor dem Start geht er sie in Gedanken nochmals durch. «Er kann sich die Strecken sehr gut merken, darum ist er so gut», sagt Vater Ruedi. Im Schweizer Cup fehlen Adrian nur 2 Punkte auf den führenden Fahrer.

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