Zofinger Schützen
Enttäuscht über das Stillschweigen

Zofinger Schützen sind unzufrieden mit der UBS und beenden Geschäftsbeziehungen mit ihr. Wie ein Lauffeuer ging es vor etwas mehr als drei Jahren durch die Gegend: In der Kasse der Schützengesellschaft Zofingen und in derjenigen des Vereins ehemaliger Bezirksschüler Zofingen klafften riesengrosse Löcher. Nunmehr wird der Fall zu den Akten gelegt.

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Schützen Zofingen

Schützen Zofingen

Aargauer Zeitung

Kurt Blum

Was im April 2006 ans Tageslicht kam, stellt für viele Leute noch heute ein grosses Rätsel dar: Der als gewissenhaft, pflichttreu und verlässlich geltende Kassier der Schützengesellschaft Zofingen und des Vereins ehemaliger Bezirksschülerinnen und Bezirksschüler Zofingen, ein gewesener Kadermann der UBS Zofingen, hatte beide Schatullen über längere Zeit hinweg schamlos geplündert. Nunmehr ist in beiden Vereinen der Zeitpunkt gekommen, wo unter das höchst unerfreuliche Kapitel ein Schlussstrich gezogen werden soll.

«Keine Unterstützung erfahren»

Im öffentlich zugänglichen Organ Nummer eins des laufenden Jahres der Schützengesellschaft orientiert Präsident Hans Holenstein die Gesellschafterinnen und Gesellschafter, dass der Fall des ungetreuen Kassiers auf die bevorstehende Herbst-Generalversammlung hin abgeschlossen werden kann. Das Konkursamt habe der Schützengesellschaft aus der Konkursmasse einen fünfstelligen Betrag überwiesen. Vom Arbeitgeber des ehemaligen Kassiers, der UBS, die gleichzeitig die Hausbank der Schützengesellschaft sei, habe man leider keine wesentliche Unterstützung erhalten.

«Der Schaden, der uns erwachsen ist, hätte stark reduziert werden können, wenn wir von der UBS bei der frühzeitigen Pensionierung des Veruntreuers über die Gründe dieses von der «UBS Corporate Security» veranlassten Schrittes informiert worden wären. Wir werden die Konsequenzen daraus ziehen und unsere Geschäftsbeziehungen zur UBS beenden», stellt Hans Holenstein deutsch und deutlich fest.

Zäh, langwierig und hartnäckig

In seinem Mitgliederbrief 2009 an den Verein ehemaliger Bezirksschülerinnen und Bezirksschüler Zofingen, der zweite geschädigte Verein, schreibt dessen Präsident Julius Fischer, dass er eine gute Nachricht zu Beginn seines Berichts nicht vorenthalten möchte: «Ich kann Ihnen vermelden, dass die Weiterexistenz unseres Vereins nach den unerfreulichen Vorkommnissen um unsere Vereinskasse gesichert ist.» Die zähen, langwierigen und hartnäckig geführten Verhandlungen mit den Beteiligten hätten sich gelohnt und die leidige Angelegenheit habe mit der Einstufung «mittlere Zufriedenheit» abgeschlossen werden können. Mit einem Schlussbericht an der Generalversammlung vom kommenden 15. November werde man den Fall endgültig abschliessen.

Unglaubliche Solidaritätswelle

In dieser wohl schwierigsten Phase seit dem Bestehen des Vereins - er wurde 1935 gegründet und zählt gut über 2500 Mitglieder - habe man eine unglaubliche Solidaritätswelle erfahren dürfen, führt Fischer weiter aus. Dank den zahlreichen grosszügig aufgerundeten Jahresbeiträgen sowie den vielen namhaften Spenden habe innert kurzer Zeit die überlebenswichtige finanzielle Basis für die Weiterexistenz geschaffen werden können, stellt Julius Fischer zufrieden fest. Dank diesem Erfolg sei es möglich gewesen, die finanziellen Zuwendungen an die Schule im gewohnten Rahmen auszurichten.

Von der Bez sehr begrüsst und geschätzt worden sei zudem die erstmalige finanzielle Zuwendung von 5000 Franken für den Besuch von mannigfaltigsten kulturellen Veranstaltungen.

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