Entspanntes Klima

Zwei Fliegen mit einer Demo hat Greenpeace gestern Morgen geschlagen. Sie stimmte in Münchenstein auf die Klimadebatte ein und tadelte die EBM für ihr Engagement beim Kohlekraftwerk Brunsbüttel.

Jürg Gohl

«So sieht Klimawandel aus» stand auf dem Banner auf dem Areal der EBM in Münchenstein. Kerzen und Fackeln brannten. Über Megafon wurde über die bereits sicht- und spürbaren Folgen des Klimawandels informiert und eben aufgezeigt, wie der Klimawandel aussieht.

Eine elfköpfige, vorwiegend weibliche Gruppe der regionalen Greenpeace-Organisation hielt während zweier Stunden vor dem Hauptgebäude der Elektra Birseck Münchenstein ihre Klima-Mahnwache. Mit dieser Aktion sollten die EBM-Angestellten auf die grosse Klimadebatte in Kopenhagen, die gestern begonnen hatte, «eingestimmt» werden, wie Greenpeace gestern in einer Mitteilung schrieb.

«Der Klimawandel ist die grösste Herausforderung der Menschen unserer Zeit», heisst es weiter. Sowohl Maude Poirier von der Greenpeace-Aktionsgruppe wie auch Jo Krebs, der EBM-Mediensprecher, betonen, dass die zweistündige Aktion am frühen Morgen «erneut absolut friedlich» verlaufen sei. «Wir diskutierten unsere unterschiedlichen Standpunkte», berichten beide Seiten. Man kenne sich inzwischen allmählich. Auch Thomas Wälchli aus dem EBM-Management beteiligte sich an den Gesprächen.

Erneut wegen Brunsbüttel kritisiert

Kritisiert wurde die EBM ein weiteres Mal für ihr Engagement beim Kohlekraftwerk Brunsbüttel in Deutschland. «Ein zusätzlicher klimaschädlicher und deshalb unverständlicher Entscheid», wirft Greenpeace der EBM vor und bezeichnet die geplante Anlage von Brunsbüttel als Klimakiller-Kraftwerk, dessen Bau mit der Schweizer Beteiligung erst möglich wird.

Mediensprecher Krebs wehrte sich für die EBM und betonte gegenüber den Protestierenden, dass seine Firma sehr viel für die Umwelt unternehme, nun aber dafür büsse, dass sie ihre Strombezüge offen deklariere. «Schliesslich beziehen wir», so Krebs, «zu 97 Prozent CO2-freien Strom.»

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