Mau-Mau

«Entsorgte» Katze: Kein Happy-End

Dreisamkeit: Der rote Findelkater fühlt sich in seinem neuem Zuhause in Rheinfelden sichtlich wohl zg

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Dreisamkeit: Der rote Findelkater fühlt sich in seinem neuem Zuhause in Rheinfelden sichtlich wohl zg

Im November berichtete die AZ über Mau-Mau, die Katze aus dem (Abfall-)Sack. Nach fünf Monaten Bangen ist kein Happy-End in Sicht. Die Rheinfelder Findelkatze kann nicht bei der Familie Kläui bleiben.

Ein Velofahrer aus Rheinfelden Baden beobachtete bereits vor fünf Monaten, wie aus einem verlangsamenden Auto durch das geöffnete Fenster ein schwarzer Abfallsack herausgeworfen wurde. Danach entfernte sich das Auto. Der Velofahrer näherte sich dem Sack und staunte nicht schlecht, als sich dieser bewegte. Noch grösser war sein Staunen, als er nach Öffnen des grossen Plastikbeutels eine verängstigte rote Katze vorfand. Weil die Katze offensichtlich eine Verletzung am Bein hatte, der Finder aber nicht in der Schweiz wohnhaft ist, meldete er den Tierfund einer Bekannten aus Rheinfelden: Manuela Kläui. Gemeinsam mit ihrer Tochter machte sich die tierliebende Frau auf, um die Katze zu suchen. Sie fand sie dann auch an der beschriebenen Stelle. Umgehend meldete sie die Findlingskatze beim aargauischen Tierschutz. Beim Tierarzt liess sie die Beinverletzung behandeln. Der rote Stubentiger lebte sich schnell bei der Familie Kläui. In der Quartierszeitung wurde dann über die Findelkatze, mittlerweile hörte sie auf den Namen Mau-Mau, berichtet. Daraufhin meldete sich eine Frau, die sagte, es handle sich um ihre Katze, die während ihrer Ferienabwesenheit verschwunden sei. Die Herausgabe der Katze wurde verlangt. Weil Manuela Kläui nicht bereit war, das Tier herauszugeben - die Art des Auffindens der Katze machte ihr nach wie vor zu schaffen - wurde Anzeige gegen sie erstattet. Nach einer polizeilich angeordneten Blutuntersuchung bei der Katze stellte sich dann tatsächlich heraus, dass es sich bei der Frau um die wirkliche Besitzerin handelt. Vergangene Woche wurde die Katze von der Polizei abgeholt und der Katzeneigentümerin übergeben. Für sie sicherlich ein guter Ausgang, hatte sie doch um die Katze gekämpft.

Für Manuela Kläui und ihre drei Kinder ist das Ganze mit sehr viel Wehmut verbunden. Sie alle hängen sehr an dem roten Kater. «Fünf Monate Bangen und Hoffen haben nun ein Ende. Es ist zum Heulen. Wir haben gekämpft und trotzdem verloren», zweifelt Manuela Kläui an der Gerechtigkeit des Lebens. Wie hoch sich die entstandenen Kosten rund um die Katzengeschichte mittlerweile belaufen und ob sie an diese Ausgaben etwas zurückerstattet bekommt, weiss die Rheinfelderin nicht. Die Anzeige gegen sie läuft hingegen weiter. Es ist Manuela Kläui ein grosses Anliegen, die Bevölkerung darauf zu sensibilisieren, dass jedes verlorene wie auch gefundene Tier bei einer offiziellen Stelle gemeldet wird. Damit könne vermieden werden, dass ähnliche Schicksale wie jenes mit der roten Katze passieren. «Ich persönliche werde in Zukunft jedes Tier, das ich besitzerlos auffinde, direkt im Tierheim abgeben. Und keines mehr bei mir aufnehmen», so Manuela Kläui. (SH)

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