Haitis Informationsministerin Marie Laurence Lassegue erklärte, die Regierungen beider Länder stünden wegen des Falles in engem Kontakt. Die Amerikaner hatten die jungen Opfer des Erdbebens vom 12. Januar ohne Genehmigungen ausser Landes bringen wollen.

Die Amerikaner waren an der haitianisch-dominikanischen Grenze festgenommen worden. "Sie sind nach Haiti gekommen, um den Menschen nach dem Erdbeben zu helfen", sagte Anwalt Coq nach der Anhörung der Staatsanwaltschaft in Port-au-Prince. Ihnen drohen im Falle einer Verurteilung Haftstrafen von bis zu 15 Jahren.

Sie hatten erklärt, die meist verwaisten Kinder in der Dominikanischen Republik in ein Heim bringen zu wollen. Einige der Angehörigen der Kinder im Alter von zwei Monaten bis 14 Jahren haben inzwischen ausgesagt, den Amerikanern die Kinder freiwillig übergeben zu haben, um sie aus dem Elend in Haiti zu befreien.

Am 12. Januar hatte die Erde in dem ärmsten Land Amerikas mit der Stärke 7 gebebt. Die Hauptstadt Port-au-Prince und weitere Städte und Dörfer wurden zerstört. Nach der jüngsten Schätzung der Regierung kamen mindestens 200'000 Menschen ums Leben. Es seien inzwischen 212'000 Leichen geborgen worden, sagte Premierminister Jean-Marc Bellerive am Freitag gegenüber CNN.

Erst am Mittwoch hatte der Regierungschef die offizielle Statistik auf über 200'000 Tote korrigiert. Mehr als 300'000 Menschen seien verletzt worden, sagte Bellerive dem Sender. Die meisten hätten inzwischen medizinische Hilfe erhalten.