Soroptimist

Engagierte Patin für Ouagadougou

Brunneneinweihung in einem Dorf in Burkina Faso: Käthy Felber aus Rheinfelden (in der Mitte) und andere Frauen von Soroptimist Clubs aus Europa sind vor Ort.

Ouagadugu

Brunneneinweihung in einem Dorf in Burkina Faso: Käthy Felber aus Rheinfelden (in der Mitte) und andere Frauen von Soroptimist Clubs aus Europa sind vor Ort.

Soroptimistin Käthy Felber aus Rheinfelden setzt sich für diverse Hilfsprojekte in Afrika ein.


Yvonne Brogle

Begonnen hat alles 2008, am runden Geburtstag von Käthy Felber aus Rheinfelden. Die ausgebildete Krankenschwester und karitativ engagierte Frau ist seit einigen Jahren aktives Mitglied des Soroptimist-Club International in Frick. Bei der Einladung zu ihrem Geburtstagsfest wurden die Gäste um eine Spende zu Gunsten eines Frauenprojekts in Afrika gebeten, anstatt Blumen für die Jubilarin mitzubringen. Als jung verheiratete Frau und Mutter hatte die Jubilarin selber einige Jahre in Afrika gelebt und weiss um die grossen Probleme dieses Kontinents.

Barspenden statt Blumen

«Meine Freude war gross, als ich am Abend nach der Feier 1500 Franken zählen durfte», erinnerte sie sich. Somit konnte das Startkonto für Rückoperationen beschnittener Frauen in Burkino Faso eröffnet werden. Im Vorfeld hatten ihre beiden Söhne und Ehemann Urs mit Roswitha Ott, der «Maman Africa» des Sorop-Clubs Bad Ragaz, Kontakt aufgenommen. Daraufhin wurde Käthy angefragt, ob sie bereit wäre, die Patin eines neuen Clubs in Ouagadougou zu werden. «Dies bedeutete für mich eine Reise nach Afrika, um als Vertreterin des Fricker Clubs, die Gründung mitzutragen», erklärte die engagierte Frau. Als Gründungspräsentin durfte sie zusätzliche 2000 Franken vom Club Frick mitnehmen. Von ihren Männern zu Hause bekam sie nicht nur die finanzielle Unterstützung für die Reise. Ihr Sohn Patrik wollte sie zu ihrem eigenen Schutz nach Burkina Faso begleiten.

Schulen, Spital und Brunnen

Die Vorbereitungen für die Reise wurden in Angriff genommen, Kontakte per Telefon und Mail geknüpft und die erforderlichen Impfungen gemacht. So flogen Käthy und Patrik Felber im März dieses Jahres aus der kalten Schweiz ins heisse Afrika. «Es begannen einige abenteuerliche Tage für uns», schmunzelt Käthy Felber heute.

Der Empfang der Schweizer Gäste am Abend des nächsten Tages war äusserst herzlich. Die Frauen des Clubs Ouagadougou hatten ein umfangreiches Besichtigungsprogramm verschiedener Hilfspr ojekte zusammengestellt: «Wir besuchten allgemeine Schulen und die Handarbeitsschule für Frauen, sowie das Spital vor Ort und erlebten die freudige Einweihung eines neu eröffneten Brunnens», erinnerte sie sich. Der Besuch eines übervollen Asylheims für aus Sippe und Familie ausgestossene Frauen berührt sie heute noch heftig.


«Ich habe noch nie so viele traurige und verhärmte Frauengesichter gesehen. Kein Lächeln kam über ihre Lippen.» Über das eigentliche Projekt, der Rückoperation beschnittener Frauen, konnte Käthy Felber mit kaum jemandem reden. «Es ist immer noch ein zu grosses Tabuthema», bemerkte die ausgebildete Krankenschwester kopfschüttelnd. Sogar mit den Ärzten auf der gynäkologischen Abteilung des Universitätsspitals fand sie zu diesem Thema keinen Kontakt. «Hier müssen wir mit Vertrauen die Arbeit für das wichtige Projekt den Frauen vom Soroptimist-Club vor Ort überlassen», erläuterte sie im Gespräch mit der AZ.

«Wir haben nebst Traurigem auch sehr viel Schönes und Erheiterndes erlebt», so Käthy Felber. Es hat sie und ihren Sohn tief berührt, wie die Frauen, denen es gesellschaftlich und finanziell gut geht, stark zusammenhalten und sich motiviert engagieren für das wunderbare Land und die Bewohner. So war auch die Bildung des neuen Clubs Princess Yennenga ein unvergessliches Erlebnis.

«Die Clubgründung war ein grossartiges Fest: Musik, Gesang und Tanz zeigten uns nochmals die ganze Lebensfreude der Afrikanerinnen», hielt die neue Patin Käthy Felber fest. Nebst wertvollen Erinnerungen, sind regelmässige E-Mailkontakte nach Burkinafaso geblieben, in denen sie jeweils über die Entwicklung der Hilfsprojekte informiert wird.

Infos zu Soroptimist-Club Frick: www.soroptimist.ch oder bei der derzeitigen Präsidentin Ursula Willenegger (Telefonnummer 062 865 62 31).

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