Engagierte Anwältin der Natur

Hartnäckig und trotzdem immer konziliant: So leitete Elisabeth Sailer (Widen) in den letzten 16 Jahren die Stiftung Reusstal. Sie trat an der Generalversammlung zurück. Alexandra Abbt (Islisberg) übernahm das Präsidium.Elisabeth

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Engagierte Anwältin der Natur

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JÖRG BAUMANN

Die Stiftung Reusstal trage die grosse Verantwortung für einen Generationenvertrag, der den grössten Naturschutzpark im Mittelland bewahren helfe: Damit umriss Norbert Kräuchi, Leiter der kantonalen Abteilung Landschaft und Gewässer, treffend die Aufgabe, die der Stiftung zufällt. Als Stiftungsratspräsidentin erfüllte die Ex-Grossrätin Elisabeth Sailer aus Widen diese Mittlerfunktion in den letzten 16 Jahren geradezu ideal.

Zielsicher und fleissig

Josef Fischer, Geschäftsführer der Stiftung, lobte seine Präsidentin in den höchsten Tönen: Elisabeth Sailer habe sich, auch wenn sie nicht Naturwissenschafterin sei, schnell und zielsicher hinter die schwierige Arbeit gemacht und im Stiftungsrat gegenüber früher «noch einen Zacken zugelegt». Die Präsidentin sei praktisch zu jeder Stunde für die zahlreichen Sitzungstermine zur Verfügung gestanden – und das alles ehrenamtlich. Elisabeth Sailer sei es gelungen, das Wesentliche schnell zu erfassen. Die Stiftung konnte stark davon profitieren, dass die Präsidentin über ein hervorragendes Netzwerk verfügt.

Für Thomas Egloff, Projektleiter in der kantonalen Abteilung Natur und Landschaft und einer der wichtigsten Verbindungsmänner des Kantons zur Stiftung Reusstal, war Elisabeth Sailer keineswegs eine unbedeutende Galionsfigur. Sie habe sich sattelfest an die Spitze der Stiftung Reusstal gestellt.

Dabei erlebte Elisabeth Sailer in ihrer langen Amtszeit zahlreiche Stürme, aber auch viele Erfolge. Nicht zuletzt dank ihrem Einsatz konnte die bestehende Reussbrücke im Gnadenthal vor dem Abbruch gerettet werden. Fortschritte konnten im Auenschutz verbucht werden.

Abgewehrt wurden die Pläne, in Inwil im Kanton Luzern einen Swiss-Dream-Park einzurichten. Kritisch beurteilte die Stiftung auch die Absichten des Militärs, ein sensibles Schutzgebiet bei der Brücke bei Werd (Rottenschwil) für eigene Zwecke zu überlagern. Das Militär zog seine Pläne zurück. Die Stiftungsratspräsidentin und ihre Mitstreiter konnten aufatmen.

Reussmatt in Jonen gerettet

Die Stiftung konnte auch die Reussmatt in Jonen, auf der bislang Christbäume angepflanzt worden waren, für den Naturschutz retten. Elisabeth Sailer gab wohl das Präsidentenamt ab, bleibt aber im Stiftungsrat.

Als neue Präsidentin wurde Alexandra Abbt, Grossrätin und Gemeindeammann in Islisberg, gewählt. Sie sieht die wichtigste Aufgabe der Stiftung darin, die Freude an der Natur und einer intakten Landschaft an die nächste Generation weiterzugeben. «Der Druck aufs Reusstal wächst. Das Tal muss geschützt werden», sagte sie.

An ihre Seite wurden als neue Mitglieder Fredy Lutz, Lehrer im Ruhestand aus Islisberg, der Biologe Paul Roth aus Rottenschwil und Oliver Steiger (Männedorf), Leiter der Kraftwerkgruppe Aare-Reuss der Axpo AG, in den Stiftungsrat gewählt. Lutz und Roth nehmen zudem im Arbeitsausschuss Einsitz.

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