Basel
Engagement für Fische und Fischer

Der Basler Fischerei-Verband hat ein Nachwuchsproblem. Trotzdem ist eine Fusion mit dem deutlich grösseren Baselbieter Verband kein Thema.

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Fischtreppe

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Regula Vogt-Kohler

Noch verzeichnet das aktuelle Jahr kein Highlight wie das vergangene Fischerei-Jahr: Am 5. Oktober 2008 ist erstmals seit 1958 wieder ein Lachs in Basel aufgetaucht. Die Rückkehr des Lachses ist ein Projekt, das der ehemalige kantonale Fischereiaufseher und Rheinpolizist Walter Hermann zusammen mit dem Kantonalen Fischerei-Verband Basel-Stadt initiiert hat. Zu Ehren von Walter Herrmann will der Verband den nach dem Fotografieren wieder freigelassenen Lachs auf den Namen «Hemli» taufen. Ein Festakt sei in Planung, ist von Hansjörg Gassler, im Verbandsvorstand neu für Marketing und Kommunikation zuständig, zu erfahren.

Auch 2009 gehört das Vorantreiben von Projekten der Artenerhaltung zu den Zielen des Verbands. Nachwuchsförderung will der Verband aber nicht nur für die Fische betreiben. «Bei der Fischerei sieht es mit dem Nachwuchs ähnlich aus wie bei den Männerchören», hält Hansjörg Gassler fest. Mit einem Jugendförderungsprogramm will der Verband junge Anglerinnen und Angler gewinnen. Dabei seien auch neuere und manchmal etwas unkonventionellere Wege zu gehen, betont der neuformierte Vorstand und nennt als Beispiel das Angeltraining mit schwimmenden Fisch-Tamagotchis.

Update

Umwelttage An den Basler Umwelttagen am 5./ 6. Juni laden das Amt für Umwelt und Energie und der Kantonale Fischereiverband Basel-Stadt am Kleinbasler Rheinbord etwas unterhalb der Mittleren Brücke ein in die Erlebniswelt Wasser. Am unteren Rheinweg 24 kann man in die Welt des Wassers und der Fischerei in unserer Region eintauchen. Das Publikum kann einen Galgenfischer besuchen, Wassertiere bestaunen und bestimmen sowie sein Petri Heil gleich selbst vor Ort versuchen. Preise gibt es bei einem Zielwurfwettbewerb (Casting) auf dem Rhein und bei einem Fischzeichnen für Jung und Alt.
«Der Umwelt eine Stimme geben» - unter diesem Titel animieren Umweltorganisationen und Umweltfachstellen mit einem vielfältigen Programm zur Auseinandersetzung mit der Umwelt und vermitteln Freude an der Natur. Die Aktivitäten für Gross und Klein finden in der Innenstadt von der Kaserne bis zum Barfüsserplatz sowie am Rhein statt (www.umwelttage-basel.ch). (rv)

Mit den Basler Umwelttagen (siehe Box) steht ein weiterer Schwerpunkt im Jahresprogramm kurz bevor. Am 5. September führt der Fischerei-Verband zusammen mit anderen Organisationen die Rhyputzete durch. Nicht alles, was die Gewässer verschmutzt, ist so sichtbar wie der Unrat, der bei solchen Putzaktionen aus dem «Bach» geholt wird.

Die Basler Fischgewässer Rhein, Wiese und Birs sind in unterschiedlichem Ausmass mit polychlorierten Biphenylen (PCB) und dem Erreger der Fischkrankheit PKD (proliferative kidney disease) belastet. Die PKD gilt als Hauptursache für den Rückgang der Forellenbestände. Die wegen zu hohen PCB-Mengen von den Baselbieter Behörden erlassenen Regeln für Fang und Verzehr von Fischen aus der Birs hat der Kanton Basel-Stadt für seinen Birsabschnitt vom Schänzli bis zur Rheinmündung übernommen.

Dem Fischerei-Verband Basel-Stadt gehören 13 Vereine mit insgesamt 663 Mitgliedern an (Details unter: www.basler-fischerei.ch). Aus gesundheitlichen Gründen hat Hansjörg Schepperle an der Delegiertenversammlung das Präsidentenamt an den bisherigen Vize Jörg Alioth übergeben und ist zum Ehrenpräsidenten gewählt worden.

Eine Fusion mit dem deutlich grösseren Baselbieter Fischerei-Verband ist zur Zeit kein Thema. Die Fischereiaufsicht in der kantonalen Verwaltung ist neu nicht mehr dem Sicherheitsdepartement, sondern dem Amt für Umwelt und Energie im Wirtschafts-, Sozial- und Umweltdepartement zugeordnet.

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