Engadin Airport wehrt sich gegen verfrühte Schuldzuweisung

Die Spitze des Flugzeugs

Die Spitze des Flugzeugs

Der Engadin Airport in Samedan wirft dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) vor, dem Untersuchungsbericht zum Unfall mit zwei Todesopfern vorzugreifen. Die Schneeräumung sei gemäss Anweisung des BAZL erfolgt. Dieses beharrt auf seiner Linie.

Man habe sich immer strikte an die technische Mitteilung des BAZL bezüglich korrekter Schneeräumung gehalten, hielt die Engadin Airport AG fest. Man habe "keinen Grund anzunehmen, dass die Schneehaufen die Ursache für den Unfall sind".

Das Bundesamt greife "in unüblicher und überraschender Weise" dem Untersuchungsbericht des Büros für Flugunfalluntersuchungen (BfU) vor, kritisiert Engadin Airport. Die Aussage über einen möglichen Zusammenhang der Schneehaufen entlang der Landepisten und dem Unfall sei "verfrüht".

"Wir haben in Samedan eine nicht-konforme Situation angetroffen", sagte dazu BAZL-Sprecher Daniel Göring auf Anfrage. Diese beinhalte "Risiken, die wir als Aufsichtsbehörde nicht akzeptieren können". Mit dem jüngsten Unfall habe dies direkt nichts zu tun.

Das Bundesamt hatte am Montag verfügt, in Samedan dürften Flugzeuge erst wieder landen, wenn die Höhe der Schneehaufen den internationalen Vorgaben entspreche. Inspektoren hatten am Wochenende festgestellt, die Schneemauern seien zu hoch und zu nahe an der Piste gelegen.

Anstatt der empfohlenen Höhe von einem Meter in seitlichem Abstand von zehn Metern seien die Schneewälle acht Meter vom Pistenrand entfernt sowie zwischen 1,5 und 4 Meter hoch gewesen, schrieb das BAZL.

Beim Unfall vom Donnerstag vergangener Woche war eine Maschine des Typs Falcon 10 bei der Landung gegen eine Schneemauer geprallt. Beide Piloten wurden getötet. Der Passagier, der 54-jährige österreichische Milliardär Alexander Kahane, überlebte den Unfall mit Verletzungen.

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