Flugchaos
Endlich wieder zu Hause, aber ohne Gepäck

Gestern sind die ersten Passagiere in Zürich gelandet. Den meisten war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.

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Flughafen_Zürich_022.JPG

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Martin Rupf

«Habe gebetet, dass die Vulkanwolke aufhört und wieder normal geflogen werden kann.» Mit kindlicher Schrift ist dieser Wunsch im Gästebuch des Gebetsraumes des Flughafens festgehalten. Nun, geflogen wird seit gestern Morgen wieder. Von normal kann jedoch keine Rede sein.

Sowohl auf der Ankunfts- wie auf der Abflugstafel dominieren die roten Balken für annullierte Flüge. Die Ankunftshalle ist beinahe menschenleer. Und doch haben sich ein paar Optimisten mit Blumen und kitschigen Ballonen eingefunden, um ihre Liebsten zu empfangen.

Wertvolles Insiderwissen

Die Schiebetür, welche die Ankömmlinge von den Wartenden trennt, öffnet sich höchst selten. Umso herzlicher fällt der Empfang dann aus, wenn die geliebte Ehefrau oder der vermisste Partner plötzlich durch die Tür schreitet. Auch wenn sich die Heimkehr in den meisten Fällen nur um wenige Tage verzögert hat, ist die Erleichterung regelrecht greifbar.

Zu Recht, wie Schilderungen verschiedener Passagiere zeigen. So hätten Barbara Crivelli und Marianne Bolleter eigentlich erst am 2. Mai von Miami zurückfliegen können. Doch weil sie in Miami im Hotel der Swiss-Crew untergebracht waren, seien sie immer auf dem Laufenden gewesen. «Im Gegensatz zu vielen anderen wussten wir, wann der erste Flieger nach Zürich abhebt», erzählt Crivelli.

Etwas Glück musste auch Lukas Weishaupt aus St.Gallen in Anspruch nehmen. Gestern war er von Valencia nach Madrid geflogen, wo er auf einen Anschlussflug hoffte. «In Madrid war die Situation ziemlich chaotisch.» Mit etwas Ellbogeneinsatz habe es dann aber doch noch geklappt. Und Cornelia Principi, ebenfalls aus Madrid kommend, berichtet: «Wir sind einfach angestanden und haben die Koffer aufs Förderband gestellt. Zwar ist dieser - wie bei vielen Passagieren - irgendwo stecken geblieben, doch Hauptsache, wieder heimischen Boden unter den Füssen.»

Passagiere befolgen Rat

Ruhig ist es auch in der Abflugshalle. Es scheint fast so, als würden die Passagiere den Rat befolgen, sich vorab über die Flugsituation zu informieren. Auch Gestrandete - in der Nacht auf Dienstag waren es immer noch rund 120 Personen - erblickt man kaum. Gegen Abend füllt sich der Flughafen dann doch. Es ist Zeit für die Langstreckenflüge nach Übersee.

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