Schule

Endlich eine eigene Küche

Individuelle förderung Schulleiterin Susanne Bamert erhofft sich vom Projekt einiges für ihre Schule. Bild: Flavio Fuoli

Küche

Individuelle förderung Schulleiterin Susanne Bamert erhofft sich vom Projekt einiges für ihre Schule. Bild: Flavio Fuoli

Die Heilpädagogische Schule Dietikon soll der Zeit angepasst werden. Die bessere individuelle Förderung der zum Teil mehrfach behinderten Kinder steht im Vordergrund des Um- und Anbaus. Die stets gewachsene Schule erhält mehr Raum - und eine eigene Küche.

Flavio Fuoli

Zum Beispiel die Küche: Die Heilpädagogische Schule (HPS) verfügt über eine reine Schulküche, die klassenweise benutzt werden kann. Das Mittagessen für Kinder und Lehrerschaft kommt aus der Küche des Wohnheims der Stiftung Solvita, der die HPS angeschlossen ist. Nach dem 2,54Millionen Franken teuren Umbau soll die Schule über eine eigene Küche mitsamt Küchenchef verfügen.

Und natürlich: Die Kinder sollen in den Kochprozess integriert werden. «Essen und Kochen ist der wichtigste Punkt lebenspraktischen Lernens», erklärt die HPS-Schulleiterin Susanne Bamert. Beim Kochen könne man sehr viel lernen: Nicht nur rüsten, sondern auch planen. Deshalb werde die Sonderschule in Zukunft selber kochen. Dazu wird man eine Betriebsküche ins Haus einbauen und einen gelernten Koch anstellen, bei dem die Jugendlichen im Sinne eines Arbeitstrainings mitarbeiten können. Die Schulküche, die klassenweise genutzt wird, die bleibe, versichert Bamert.

Die Schule wurde 1982 in Betrieb genommen. «Damals fasste sie 42Kinder. Heute sind es 51, und die Bedürfnisse an den Betrieb haben sich geändert», benennt Martin Ritter, Geschäftsführer der Stiftung Solvita, den eigentlichen Grund für den Umbau. Vermehrt unterrichte die Schule schwer mehrfachbehinderte Kinder, ergänzt Schulleiterin Bamert. «Wir haben den Auftrag, die Kinder individuell zu fördern. Mit dem Umbau und dem Bessernutzen von Räumen können wir dies künftig besser. Wir brauchen mehr Platz für Kleingruppen und mehr Therapieräume. Heute sind wir zum Teil im Treppenhaus tätig oder nutzen Räume mehrfach. Es gibt Leute, die sind mit ihrem Materialwägeli unterwegs», beschriebt Susanne Bamert die Situation.

Anbau und neue Lehrerzimmer

Ein Anbau auf der Westseite des Gebäudes verhilft der Schule zu mehr Raum. Dann soll über dem Luftraum des Esssaals ein Lehrerzimmer und ein Vorbereitungszimmer eingebaut werden. Das dürfte der grösste Eingriff bei der Erweiterung sein. Unter anderem wird die für die heutige Zeit doch etwas düster wirkende Schule aufgehellt. Jedes Zimmer erhält eine zusätzliche Lichtreihe, was alleine schon 100000Franken kostet, wie Martin Ritter vorrechnet. Dann werden überall die Parkettböden geschliffen und das Haus innen und aussen neu angestrichen. Ausserdem müssen feuerpolizeiliche Beanstandungen wie Holzdecken beseitigt werden.
Der Umbau soll von Mitte April 2010 bis Frühsommer 2011 bei laufendem Betrieb vonstattengehen. Die Kosten von 2,54Millionen Franken sind mit der Bildungsdirektion vorbesprochen. 67Prozent, oder 1,7Millionen Franken beträgt der Kantonsbeitrag. Der Rest von 840000 Franken geht zulasten der Stiftung: Aus dem HPS-Fonds entnimmt sie 400000 Franken, dann versucht sie zu Spenden zu kommen (Stiftung Solvita, 8902Urdorf, PC-Kto.-Nr. 80-507-0, Vermerk HPS) und entnimmt einen allfälligen Rest aus dem Stiftungskapital.

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