Berikon

Endlich Baubeginn in Berikon

Mit dem Baubeginn Ende April nimmt das Hin und Her um die Kantonsstrasse in Berikon ein Ende. (ros)

Hochwasserschutz Berikon

Mit dem Baubeginn Ende April nimmt das Hin und Her um die Kantonsstrasse in Berikon ein Ende. (ros)

Mit den Hochwasserschutzmassnahmen am Rummel- und am Altisbach erhalten die Beriker mehr Sicherheit vor überfluteten Kellern und die Neugestaltung der Kantonsstrasse wertet die Lebens- und Wohnqualität im Dorf auf.

Von Roman Schenkel

«Dies ist ein historischer Moment für Berikon», sagt Daniel Roos, der Bauverwalter der Gemeinde. Die Beriker hätten lange auf diese zwei Projekte gewartet. Dass der Baubeginn fast gleichzeitig erfolge, sei Zufall. Mit dem Start fänden die langen und aufwändigen Vorbereitungsaufgaben ein Ende, erzählt der Gemeindeammann Peter Oggenfuss. Beide Projekte hatten mit Einsprachen aus der Bevölkerung zu kämpfen. «Ich habe manchmal fast nicht mehr daran geglaubt. Dass es nun endlich losgeht, ist ein sehr gutes Gefühl», so der Gemeindeammann.

Die Neugestaltung der Kantonsstrasse und vor allem deren Finanzierung hat zu vielen Einsprachen geführt, sagt Oggenfuss. Die letzte Einsprache sei schliesslich bis vor das Bundesverwaltungsgericht gelangt, dort aber für nichtig erklärt worden.

Knackpunkt Offenlegung

Bei den Hochwasserschutzmassnahmen war die Offenlegung des Altisbachs auf einer Länge von 800 Metern der Grund für die Verzögerung, erzählt Peter Oggenfuss. Die Gemeinde musste den Grundeigentümern Land abkaufen beziehungsweise durch ein anderes Stück Land ersetzen. Die Überzeugungsarbeit dafür habe sehr lange gedauert. «Nun kann sich die Bevölkerung aber auf eine wunderschöne Bachlandschaft entlang der Moosstrasse freuen», so Oggenfuss.

Der Rummelbach und der Altisbach traten bei starken Regenfällen wiederholt über die Ufer. Dabei kam es zu Schäden im Siedlungsgebiet und im Kulturland. Besonders problematisch war die Eindolung des Altisbachs. Der Bach wurde bisher unter der Moosstrasse in einer Röhre geführt. Der Durchmesser dieser Röhre ist allerdings zu klein, um grosse Wassermassen zu fassen, was den Altisbach über die Ufer treten liess. Mit den geplanten Hochwasserschutzmassnahmen soll dies künftig verhindert werden.

Der Altisbach wird bis an die Grenze des Siedlungsgebiets offen geführt. Es entsteht ein fünf bis sieben Meter breites Bachbett entlang der Moosstrasse. Im Siedlungsgebiet wird die bisherige Bachleitung durch einen viel grösseren Betonkanal ersetzt. Dadurch erhöhe sich die Abflusskapazität markant, erklärt Daniel Roos, Leiter der Bauverwaltung.

Sperrung der Moosstrasse

Für die Vergrösserung des Abflusses des Altibachs sei ein massiver Tiefbau notwendig, sagt Roos. Deshalb werde die Moosstrasse komplett gesperrt. Das Oberdorf sei aber über die Brücke beim Rummelbach durchgehend zugänglich. Auch die Brücke wird vorher neu gebaut, da ihr Durchfluss einen zu kleinen Querschnitt aufweist. Die Bauarbeiten dauern von Ende April bis Ende September 2009. Bis Ende Juni sollen die Arbeiten im Wohn- und Verkehrsgebiet aber abgeschlossen sein, so Roos.

Parallel mit dem Strassenbau werden umfangreiche Erneuerungsarbeiten an den Werkleitungen ausgeführt. Alle Leitungen - unter anderem Wasser, Strom, Telefon - werden erneuert. Während der Bauarbeiten erfolgt die Regelung des Verkehrs durch eine Lichtsignalanlage. Die Arbeiten werden gleichzeitig in den Abschnitten Griengrubstrasse bis Rebacherweg und Stattgatter bis Berikerhus gestartet. Das 1,7 Kilometer lange Strassenstück wurde in 13 Abschnitte à 200 Meter unterteilt. Die Gesamtbauzeit beträgt zweieinhalb Jahre. Der Grund für den langen Zeitraum sei vor allem auf die Erneuerung der Werkleitungen zurückzuführen, berichtet Daniel Roos.

«Boulevard» neben der Strasse

Speziell an der Neugestaltung der Kantonsstrasse ist vor allem die Fussgängerfreundlichkeit. Vom Kreisel beim Berimarkt bis zum Grünen Boden erhält Berikon einen vier Meter breiten «Boulevard». Zwischen der Strasse und dem Trottoir wird zudem eine Baumreihe gepflanzt. «Für die Einwohner und insbesondere für die Schulkinder der beiden Schulhäuser bedeutet dies eine klare Erhöhung der Sicherheit», sagt Gemeindeammann Oggenfuss.

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