Halloween
Elternpatrouillen gegen Eierwerfer

Private Kontrollgänge, Täter zum Putzeinsatz verdonnern oder nichts tun und hoffen, dass der Spuk vergeht: nach einem Halloween voll Sachbeschädigungen wird nach Lösungen gesucht.

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Eierwurf

Eierwurf

Limmattaler Zeitung

Philippe Wenger

Als «reinen Terror» bezeichnet es der Dietiker Bruno Müller wenn verkleidete Kinder unter dem Deckmantel des amerikanischen Fests Halloween die Eier fliegen lassen. Auch seine Hauswand ist davon betroffen, obwohl er den Kindern die geforderten Süssigkeiten gegeben habe.

Während dem vergangenen Wochenende hatten die Zürcher Polizeien alle Hände voll zu tun: rund 200 Halloween-Anrufe gingen am Samstag bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei ein. Auf Nachfrage bestätigte der Mediensprecher der Kapo, Martin Sorg, dass auch im Bezirk Dietikon Sachbeschädigungen - vor allem das Werfen von Eiern an Häuserfassaden - rund um Halloween zur Anzeige gekommen sind. Aber auch schwerere Delikte wie das Verschmieren von Bushäuschen oder die Zerstörung eines Billettautomaten seien vorgekommen. Die meisten Anzeigen kamen aus der Gemeinde Urdorf. Die Treffer an der Fassade seien teilweise nur schwer zu entfernen, sagt Sorg und berichtet von einem Fall in Dietikon, wo eine Steinfassade mit einem Gemisch aus Cola, Ketchup und Eiern beworfen worden sei. Diese Steinfassade sei sehr porös und nehme das Gemisch deshalb gut auf und es bedürfe einer spezielle Reinigung der Fassade, so Sorg. Müller, selber Lehrer, meint, dass die verantwortlichen Kinder - sowohl Sorg, als auch Müller schätzen die Täter grösstenteils als sehr jung ein - gar nicht wüssten, welchen Schaden sie anrichten würden. Deshalb sollten die Täter seiner Meinung nach möglichst schnell gefunden und zum Putzdienst herangezogen werden.

Was kann getan werden?

Der Leiter der Schulverwaltung Urdorf, Hans Karrer, ortet die Lösung nicht bei den Schulen. Halloween war bis dato an seiner Schule noch kein Thema und es kamen auch noch keine Reaktionen aus der Bevölkerung. «Aber es ist ja erst Montag», meinte Karrer gestern. Sollte ein Fall bekannt werden, werde man individuell über die jeweiligen Klassenlehrer reagieren. Auch bei der Schule Dietikon seien die Möglichkeiten bereits voll ausgeschöpft worden: «Wir haben den Eltern vorgängig einen Info-Brief geschickt, in dem wir mitunter auf die möglichen Probleme hingewiesen haben», sagt Schulpräsident Gaudenz Buchli. Es sei auch bei den Eltern, Verantwortung zu übernehmen, meint Buchli.

Der Mediensprecher der Kapo appelliert an die Bevölkerung, den einen Abend im Jahr nicht nur zu Hause vor dem Fernseher zu verbringen, sondern bei einem Abendspaziergang Präsenz zu markieren: «Bei Kindern zwischen 8 und 11 Jahren reicht meist die Anwesenheit eines Erwachsenen, um sie von Unfug abzuhalten.» Die Polizei könne keinen Objektschutz bieten, sagt Sorg.

Löst sich Problem von allein?

Womöglich muss man sich aber auch gar nicht so viele Gedanken machen, denn in den Medien mehren sich die Hinweise, dass der Brauch, Halloween auch hierzulande zu feiern, bereits rückläufig ist. Ein verärgerter Bruno Müller wird nächstes Jahr keine Süssigkeiten mehr verteilen.