Arch-Oberwil
Elegant und brachial zur gleichen Zeit

Auf der einen Seite die elegant geschwungene Autobahnbrücke, auf der andern die brachial imposante Bettlacher Wandflue. Zwischen diese beiden Kulissen in Arch elegant mit dem Stecken Schwung holen, um dann mit brachialer Wucht den Nouss ins Ries schlagen - eine Augenweide.

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Silvan Binggeli

Silvan Binggeli

Grenchner Tagblatt

Hans Peter Schläfli

«Wer vor dem Bock steht mit der Rute in der Hand, schaut aufs Feld und sieht dort eine ganze Reihe von Menschen mit einem Brett vor dem Kopf, die nichts anderes wollen, als seinen Nouss zu Boden bringen», brachte Bundesrat Moritz Leuenberger anlässlich des 34. Eidgenössischen Hornusserfestes die Dualtät des Nationalsports auf den Punkt. Doch dann wechselt der Standpunkt: «Im nächsten Umgang sieht die Sache ganz anders aus: Da steht er selber im Feld, und er hat gar kein Brett vor dem Kopf, sondern eine Schindel in der Hand und hält mit Adleraugen Ausschau nach dem kleinen schwarzen Geschoss, das jetzt durch die Luft geflogen kommt.»

Ein Vierundzwanziger, das ist imposant, auch auf einem verkürzten Ries bei den Junghornussern. Denn am Eidgenössischen wären das 19 Punkte gewesen, also ein Streich in Richtung Kranz. In der Kategorie 3 bis 16 Jahre hornussen schliesslich auch einige bereits in der 1. Liga oder der Nationalliga B. Doch beim Nachwuchshornussen des Zweckverbandes Arch flog der Nouss nicht in jedem Fall so weit. «Chunt nid», ist der meistgehörte Ruf in der Kategorie 1, und der Betreuer schwenkt dazu noch ein weisses Tuch, damit die Mannschaft im Ries Bescheid weiss, dass es nichts abzutun gibt. Der Nouss fliegt nur wenige Meter weit und landet im Stoppelfeld.

Aber dann: «Oh, der Cédric hat gerade eine Zwei geschlagen», lauten die anerkennenden Kommentare. Schliesslich sind die Kinder hier zum Teil erst siebenjährig. Dann macht sich ein blondes Mädchen bereit, keinen Meter ist es gross. Voll getroffen. «Läck, isch die guet», staunen die Knaben der gegnerischen Mannschaft. Aber der nächste Streich misslingt total. «Gopferdami», flucht der blonde (B)Engel. «So etwas will ich nicht nochmal hören, sonst kannst du gleich nach Hause», weist sie der Betreuer zurecht. Mit solch einer Wut im Bauch fliegt der Nouss mit dem nächsten Streich gleich auf 4 Schlagpunkte ins Ries.

Die je vier Riese in Grenchen und Arch liegen zwar ein paar Kilometer auseinander, aber da sie exakt parallel angelegt wurden, können die Resultate fair verglichen werden. Denn während es am Freitag, als die Veteranen hornussten, noch garstig windete, profitierten sowohl das Zweckverbandsfest vom Samstag als auch das das Interkantonale vom Sonntag von herrlichem Sonnenschein und wenig Wind. Die Junghornusser in Arch und Grenchen geben ihr Bestes, das freut auch den Präsidenten der Hornussergesellschaft Arch, Stefan Lanz. «Es ist schön, etwas für die Jungen machen zu können, und es ist auch nicht selbstverständlich, dass wir von den Bauern die Felder zur Verfügung gestellt bekommen», betont er. Man sehe hier schon das eine oder andere Ausnahmetalent, weiss er ausserdem zu berichten. «Manch einer der 16-Jährigen kann schon bei den Grossen kranzen.» Bei den Kleinen gehe es allerdings mehr um Spass und Plausch, aber auch die Kleinsten zeigen viel Ehrgeiz und wollen Gewinnen.»

Die Hornusser zeigten bei den beiden wichtigsten Nachwuchshornussen nach dem Eidgenössischen Junghornussen auf, was Zusammenarbeit wirklich bedeutet: Sie stellten ein tolles Fest auf die Beine, das die ganze Region erfasste. Die organisierenden Spielgemeinschaft Arch-Oberwil wurde von der HG Grenchen mit vier Spielfeldern unterstützt. Die Festhalle befand sich dann in Leuzigen.

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