Kirche

Eklat in der Kirchgemeinde Rein

Hier kam es zum Eklat.

Rein

Hier kam es zum Eklat.

Differenzen mit Pfarrer Urs Klingler haben Tabea und Luc Hintze-Stalder zur Kündigung bewogen. Die Kirchenpflege empfiehlt Pfarrer Klingler nicht mehr zur Wiederwahl. Der aber möchte bleiben.

Louis Probst

«Nach monatelangem Ringen und vielen Gesprächen haben wir uns schweren Herzens entschieden, uns bei den Gesamterneuerungswahlen im September nicht einer Wiederwahl zu stellen, sondern die Kirchgemeinde Rein zu verlassen»: Das teilte das Pfarrehepaar Tabea und Luc Hintze-Stalder in einem Brief an die Gemeindeglieder der reformierten Kirchgemeinde Rein mit.

Wie das Pfarrehepaar feststellt, gibt es betreffend Arbeit, Wohnort und Zusammenarbeit mit der Kirchenpflege «absolut keinen Grund, diese tolle Gemeinde zu verlassen». Tabea und Luc Hintze Stalder machen aber aus ihrem Herzen keine Mördergrube. «Wir mussten uns eingestehen, dass wir unter den gegebenen Umständen nicht mit unserem Pfarrkollegen Urs Klingler weiterarbeiten können, ohne Schaden an Leib und Seele zu nehmen. Lange waren wir der Ansicht, dass sicher ein gemeinsamer Weg gefunden werden kann. Wir mussten aber realisieren, dass dem trotz allen Bemühungen leider nicht so zu sein scheint.»

Wenn das Vertrauen fehlt

Auch die Kirchenpflege hat sich in einem Brief an die Gemeindeglieder gewandt. In diesem Schreiben gibt sie ihrem Bedauern über den Entschluss von Tabea und Luc Hintze-Stalder Ausdruck. Sie stellt aber auch fest, dass Pfarrer Urs Klingler «mit Veränderungswünschen in bestimmten Bereichen grosse Mühe» bekundet und die «Wünsche der Kirchenpflege als persönliche Angriffe gegenüber seiner Person und seiner Arbeit empfindet.»

Die Kirchenpflege betont, dass sie Pfarrer Klingler aber immer wieder klar und unmissverständlich erklärt habe, dass sie seinen Einsatz mit seinen zahlreichen Stärken zu schätzen wisse und mit ihm auch zusammenarbeiten wolle. Wenn aber jegliches Vertrauen fehle, sei eine weitere Zusammenarbeit leider nicht mehr möglich. Aus diesem Grunde könne die Kirchenpflege keine Wahlempfehlung für Pfarrer Klingler abgeben.

«Immer weniger Platz»

Auch Pfarrer Klingler hat sich mit einem Brief an die Gemeindeglieder gewandt. Er stellt fest: «Unsere Kirchgemeinde hätte von den individuellen Talenten und Begabungen der Pfarrpersonen eigentlich profitieren sollen.» Die Kirchenpflege sehe das aber nicht so. «Sie will vielmehr eine Doktrin, eine Einheitslinie, mit allen Mitteln durchsetzen», erklärt Pfarrer Klingler. «Meiner Art zu arbeiten, wird von der Kirchenpflege immer weniger Platz eingeräumt. Im Sinne der Vielfalt habe ich die Arbeit von Tabea und Luc Hintze-Stalder zunächst schätzen gelernt. Ihre Arbeitsweise hatte für mich immer Platz in der Kirchgemeinde. Aus diesem Grund bedauere ich ihren Weggang.»

Gespaltene Gemeinde

An der sehr gut besuchten Kirchgemeindeversammlung am Donnerstag nahmen Kirchenpflegepräsident Marcel Widmer und die Pfarrer Luc Hintze-Stalder und Urs Klingler Stellung. In der äusserst engagiert geführten Diskussion kam die Spaltung der Gemeinde deutlich zum Ausdruck. Klarheit dürften wohl erst die Wahlen im September schaffen.

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