Wie können Alteisen und ökologische Nachhaltigkeit kombiniert werden? Die Firma M. F. Hügler AG, welche zur Firmengruppe «Die Entsorger» gehört, fand es Rätsels Lösung und verdient sogar noch Geld damit. Bis zu 100000 Tonnen Eisenschrott pro Jahr werden so in den neuen Hallen auf dem Industrieareal Ristet in Birmensdorf verarbeitet und weiter zu Einschmelzwerken weitergeleitet. Eigens dafür wurde sogar ein Anschluss ans Schienennetz der SBB errichtet.

Der ökologische Hintergedanke am Recyceln von Alteisen lehne sich aber nicht nur an die Wiederverwertung an, das Einschmelzen würde auch viel weniger Energie verbrauchen, als aus Eisenerz wieder neues Eisen zu gewinnen, erklärte der CEO der Entsorger-Gruppe, Otto Hefti. Durch den Standort Birmensdorf, in der Nähe der Westumfahrung, sei ebenfalls die Anlieferung für die Regionen Reusstal, Zimmerberg und die Zentralschweiz ohne Gubrist-Stau ein Vorteil. Die Naturverbundenheit der neuen Anlage geht sogar noch weiter. Die vorgeschriebene Grünfläche, welche an den Aussenwänden der Hallen angebracht wurde, diene so für Vögel, Schmetterlinge und Eidechsen als Unterschlupf, wie der Projektleiter für den Bau der Anlage, Beat Hagmann, erklärte.

Feuerwerk im Zirkuszelt

Nach der rund zehnmonatigen Bauzeit liessen sich die Verantwortlichen für die Eröffnungsfeier des neuen Firmenstandortes in Birmensdorf etwas Spezielles einfallen. Um die Ausmasse der neuen Hallen zu veranschaulichen, platzierten sie sogar ein ganzes Zirkuszelt darin; gleich neben der gigantischen Schneidmaschine, welche mit 800 Tonnen Schneidkraft wohl jedes sperrige Alteisen zerstückeln kann. Jedoch erinnerte nicht nur das Zelt an Manege und Artistik. Zwischen den kulinarischen Köstlichkeiten vollführten renommierte Artisten ihre unterhaltenden Künste. Während Comedia Zap mit Alfred, Olga und Super Buffo humorvoll durch den Abend leiteten, verführte das Duo Scaccia Pensieri mit Handstandakrobatik, die zwei jungen Berner von In Motion mit einer Yo-Yo und Feuershow. Auch der Jongleur Criselly und Laura Tikka am Schwungseil sorgten mit ihren Darbietungen für eine festlich-fröhliche Einweihungsfeier.

Glücksbringer für Erfolg

«Wir sind stolz, Mitte November den Betrieb aufnehmen zu können», verkündete CEO Otto Hefti in seiner Ansprache an die knapp 300 Gäste im Zirkuszelt. Erfreulich für die Region sei sicherlich auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Während zehn Angestellte vom Hauptsitz in Dübendorf nach Birmensdorf wechseln, würden 20 neue Arbeitskräfte aus der Region eingestellt werden. Für einen guten Start und einen erfolgreichen Betrieb wird neben der modernen Infrastruktur auch ein metallener Krieger als Glücksbringer sorgen. «Wir haben ihn als Geschenk von einem unserer Kunden bekommen», erklärte Hefti.

Auch der Birmensdorfer Gemeindepräsident Werner Steiner freute sich sichtlich über den Zuzug. «Wir freuen uns, eine neue Firma in der Gemeinde willkommen zu heissen.» Nebst den neuen Arbeitsplätzen kämen so der Gemeinde auch die zusätzlichen Steuereinnahmen zugute.

Der letzte offizielle Gratulant fühlte sich richtig wohl in der Arena. Nationalrat Toni Brunner in der Funktion als Präsident des Branchenverbands Stahl-, Metall- und Papier-Recycling Schweiz (VSMR) stellte vor allemdiewerterhaltendenArbeitsplätze und das Wiedereinführen von alten Werkstoffen in den Recycling-Kreislauf in den Vordergrund.

Dass jedoch das ganze Projekt in nur gut einem Jahr fertiggestellt werden konnte, sei das Resultat von gutem Teamwork gewesen, wie von verschiedenen Seiten bekräftigt wurde. Ein Team, das vom Bauherrn selbst, über die Behörden des Kantons und Birmensdorfs sowie die Projektleiter des Baus produktiv harmoniert habe.