Jörg Meier

DIE AMERIKANER haben schon wieder eine gute Idee. Wer in die USA will, soll künftig Eintritt bezahlen. Das ist nur logisch und richtig. In den USA gibt es so unendlich viel zu sehen und zu erleben, da kauft doch jeder Tourist gern ein Landeseintrittsbillett. Zumal es auch unglaublich günstig ist. Pro Besuch kostet es nur gerade 10 Dollar. Zum Vergleich: Der Eintritt in den Freizeitpark Rust kostet mindestens das Dreifache. Dabei ist doch Rust unendlich viel kleiner als die USA. Amerika erweist sich so einmal mehr als das Land der unbegrenzten Ideen. Nachdem man uns gezeigt hat, wie man ohne Geld zu einem Haus kommt, nun also das Landeseintrittsbillett.

DA LIEGT ES auf der Hand, dass wir auch diese Idee kopieren und auf schweizerische Verhältnisse zurechtstutzen sollten. Also, auch die Schweiz verlangt in Zukunft Eintritt. Unser Land ist so schön, da dürfen wir das mit gutem Gewissen tun. Sagen wir - 5 Franken. Pro Tag. Im Voraus zu entrichten. Asylbewerbern wird die Gebühr automatisch vom Unterstützungsbeitrag abgezogen. Da braucht man keine Skrupel zu haben. Gerade Asylbewerber haben ja besonders viel Zeit, die Schönheiten der Schweiz zu geniessen.

DAS AMERIKANISCHE Gebühren-Modell könnte man um eine binnenschweizerische Variante erweitern. Zum Beispiel könnte der Aargau von allen durch den Kanton fahrenden Zürchern eine Durchfahrtsgebühr verlangen. Oder ins Wallis darf nur noch, wer Walliser ist oder Verwandte im Wallis hat. Alle andern müssen eine Tageskarte für 13 Franken lösen. Irgendwie hatten wir das doch alles schon einmal - vor langer Zeit. Aber damals wussten wir noch wenig von den Amerikanern.

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