Brigitte Meier

Eine der stärksten Stimmen überhaupt, das ist die Stimme von Richard Broadnax. Der einstige Farmersohn aus Arkansas macht seine Gefühle zu Musik und verleiht seinem Glauben Ausdruck. Mit seiner Ausstrahlung erfüllte Broadnax den Saal mit einer Intensität und Spiritualität die seinesgleichen sucht. Seine Performance gehört mit zu den glanzvollsten Ereignissen in der bald 20-jährigen Geschichte der Langenthaler Jazz-Tage. «Ich freue mich, einen Touch Gospel an das Jazzfestival zu bringen», erklärte der Sänger mit strahlendem Lächeln und gab «What a wonderful world» von Louis Armstrong zum Besten.

Sternstunde der Gospelmusik

Mit souliger Stimme interpretierte er traditionelle Gospels, Blues und Eigenkompositionen. Er lebte die Musik mit jeder Faser seines Herzens und seines Körpers und inspirierte nicht nur Chor und Band, sondern auch das Publikum. Stets in Bewegung verausgabte sich der Sänger völlig und schon nach kurzer Zeit war seine rote Robe schweissdurchtränkt. Mit seiner Power erzeugte Broadnax eine dichte, elektrisierende Atmosphäre. Begeistert sangen die Besucher mit als «Rock my Soul» und «Down by the Riverside» erklang en oder sie genossen die aussergewöhnliche Version der Pop-Ballade «Bridge over troubled» von Paul Simon. Eindrücklich auch die Bühnenpräsenz der vier Sängerinnen und Bariton-Tenor Freddy Carmel. Die ungezwungene und moderne Art mit welcher Broadnax seine Musik interpretiert, machen seine Popularität und den Erfolg aus. Ein kraftvolles Wechselspiel zwischen mitreissenden Songs und ruhigen sanften Melodien wie «The storm is over - I feel heaven» machten das Konzert zu einer Sternstunde der Gospelmusik.

Stimmgewaltige Ursprünglichkeit

Schon als Kind Mitglied in mehreren Gospelchören, betrat Broadnax in den 90er-Jahren als Leadsänger der «Jackson-Singers» die grossen Bühnen der Welt. Er trat unter anderem mit Céline Dion, Joe Cocker und Meat Loaf auf. Seit 1997 lebt er in Zürich und gründete «The Zion Gospel Singers». Dank der unbändigen Freude am Singen, seiner ureigenen Hingabe und mitreissenden Begeisterung entführte er das Publikum in die Welt des Gospels. Wellen der Begeisterung

Unzählige Händepaare klatschten rhythmisch als «He`s got the whole world in his hands» ertönte. Die hochkarätige Band mit Robert «Blues» Müller an der Hammond B3 heizte die emotionsgeladene Stimmung an. Michael Dolmetsch als musikalischer Leiter verblüffte mit seinem impulsiven und technisch anspruchsvollen Pianospiel. Motor der Band ist Tosho Yakkatokuo, bekannt als Schlagzeuger von Philipp Fankhauser. Er beherrscht die Wechsel zwischen zurückhaltender Begleitung und zupackender Power ebenso wie Bassist Markus Fritsche.

Gemeinsam mit dem Publikum wurde zum Schluss «Oh happy Day» gesungen. Dieses bedankte sich mit stehenden Ovationen. Nach zwei Zugaben kehrte Richard Broadnax nochmals zurück, setzte sich auf die Treppe der Bühne und zelebrierte «Amazing Grace». Damit sang er sich unauslöschlich in die Herzen des Langenthaler Publikums.