Lärmschutzwand

Einsatz für weniger Lärm

Lärmschutzwände: Die bestehenden Schutzwände sind ab Schienenhöhe nur  50 Zentimeter hoch. (lbr)

Lärmschutzwand

Lärmschutzwände: Die bestehenden Schutzwände sind ab Schienenhöhe nur 50 Zentimeter hoch. (lbr)

Der Bund investiert in den Lärmschutz entlang dem SBB-Schienennetz. Nun stehen zusätzliche 500 Millionen Franken zur Verfügung. Mumpf hofft, auch berücksichtigt zu werden.

Lilly-Anne Brugger

Autobahn, Kantonsstrasse und Eisenbahn verlaufen auf dem Gemeindegebiet von Mumpf innerhalb von 200 Metern. Damit die Einwohner nicht mehr unter dem Lärm der Autobahn leiden, wurden diesen Sommer entlang der A3 Lärmschutzwände aufgestellt (die AZ berichtete). Die Schutzwände entlang der SBB-Linie bestehen schon seit dem Jahr 2005. Doch mit nur 50 Zentimeter Höhe ab Schienenhöhe halten diese Wände den Lärm, den die durchfahrenden Züge verursachen, nur ungenügend vom Dorf fern. Reto Hofer, Gemeindeschreiber von Mumpf, erklärt, dass die Lärmschutzwände nicht mehr der heutigen Norm entsprechen würden. «Heute sind Lärmschutzwände üblich, die mindestens einen Meter hoch sind ab Schienenhöhe.»

1,9 Milliarden Franken für Lärmschutz

Nun hofft die Gemeinde Mumpf in Sachen Lärmschutz auf Unterstützung vom Bund: Kürzlich hat der Bundesrat den Auftrag für Abklärungen zum zusätzlichen Ausbau des Lärmschutzes entlang den Bahnlinien erteilt. Das SBB-Schienennetz wird schon seit dem Jahr 2000 lärmsaniert. Rund 1,9 Millionen Franken sind dafür vorgesehen.

Erst Rollmaterial, dann Schutzwände

Gregor Saladin, Pressesprecher beim Bundesamt für Verkehr (BAV), erklärt, dass im Rahmen der Lärmsanierung in erster Linie das Rollmaterial überholt werde. An zweiter Stelle steht der Aufbau von Lärmschutzwänden und an dritter der Einbau von Lärmschutzfenstern. Diese Sanierungen kosten 500 Millionen Franken weniger als geplant. Deshalb wollte der Bundesrat den Verpflichtungskredit für die Lärmsanierung um 500 Millionen Franken kürzen. Das Parlament lehnte dies in der Frühjahrs-Session jedoch ab und beschloss, die 500 Millionen Franken stattdessen in zusätzliche Lärmschutzmassnahmen zu investieren.

Mumpf hofft nun, im Rahmen dieser zusätzlichen Massnahmen ebenfalls berücksichtigt zu werden. In der letzten Woche habe der Gemeinderat einen Brief an das BAV geschrieben, erklärte Gemeindeschreiber Reto Hofer. Darin bitte der Gemeinderat, die Erhöhung der bisherigen Lärmschutzwände entlang der SBB-Strecke in Mumpf zu prüfen.

Gregor Saladin vom BAV erklärt jedoch, dass diese zusätzlichen 500 Millionen, die nun in die Lärmsanierung investiert werden können, der gesamten Bevölkerung der Schweiz zugutekommen müssten. Mit anderen Worten: Es ist unwahrscheinlich, dass das Geld in weitere Lärmschutzwände oder in die Sanierung beziehungsweise Erhöhung von Lärmschutzwänden fliesst. Vielmehr sollen Massnahmen am Rollmaterial oder am Schienennetz selbst ergriffen werden. Wenn beispielsweise das Rollmaterial nicht mehr so viel Lärm mache, dann komme dies allen Schweizern zugute, so Saladin. Nach Auskunft der BAV-Homepage waren Anfang Juli bereits 95 Prozent der Reisezugwagen und 48 Prozent der Güterwagen lärmsaniert. Momentan ist eine Arbeitsgruppe des BAV damit beschäftigt, weitere konkrete Vorschläge für zusätzliche Lärmschutzmassnahmen auszuarbeiten. Anfang 2011 wird dann das Vernehmlassungsverfahren beginnen. Dabei wird die Gemeinde Mumpf nicht direkt mit dem BAV kommunizieren, sondern den Kanton Aargau überzeugen müssen, dass er für ihre Anliegen eintritt.

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