Nicole Emmenegger

Am Wochenende rieselten sie noch wie bunte Schneeflocken durch die Luft - jetzt liegen die Konfetti am Boden und vermischen sie sich mit dem Schnee zu einer klebrigen Pampe. Den putzenden Werkhofarbeitern im Fricktal macht dies zu schaffen. «Es ist mühsam mit dem Schnee. Die Putzarbeiten dauern einiges länger», sagt Peter Stocker, der die Werkhofabteilung «Strassen» in Möhlin leitet. Obwohl die Werkhofarbeiter mit Laubbläsern und mit einer grossen Wischmaschine ausgerüstet sind, kriegen sie einen Teil der nassen Konfetti gar nicht erst vom Boden weg. Sie müssen abwarten, bis der Schnee geschmolzen ist, damit sie die hartnäckigen letzten Spuren der Fasnachtsumzüge beseitigen können.

Bei den gröberen Spuren geht es schneller: Den grössten Teil des fasnächtlichen Abfalls haben die Möhliner Werkhofarbeiter, die ab Montag früh, 6.40 Uhr, die Strassen und Plätze reinigten, bis gestern Abend bereits weggeräumt, wie Peter Stocker sagt. Pünktlich zur Wiederholung des grossen Umzugs, der heute ab 14 Uhr stattfindet.

Spezialentsorgung für Konfetti

Auch in Kaisten, wo das Bauamt am Mittwoch mit Putzen loslegt, rechnet man damit, dass der Schnee die Arbeiten behindern wird. «Die letzten Konfetti wird man wohl noch im August finden», sagt Bauamtsangestellter Adrian Treyer. Die Konfetti-Schnee-Pampe habe eine weitere Konsequenz, so Treyer: Frische Konfetti, die man zusammenlesen könne, landeten in der Abfallverbrennung - verschmutzte Konfetti, die erst nach der Schneeschmelze auftauchen und mit der Wischmaschine weggeputzt würden, entsorge man speziell als Strassenwischgut. In Möhlin landen die Konfetti aus der Wischmaschine ebenfalls in einer speziellen Mulde für Strassenwischgut. «Später trennt eine Entsorgungsfirma die Abfallstoffe von Rohstoffen wie Wasser oder Steinen und überführt sie in die Verbrennungsanlage», sagt Werkhofleiter Peter Stocker.

Pflastersteine als Versteck

In der Rheinfelder Altstadt, die momentan praktisch schneefrei ist, stellen die Pflastersteine die grösste Herausforderung für die putzenden Werkhofarbeiter dar. Denn zwischen den Steinen können sich die Konfetti gut verstecken. «Allerdings nur bis im Frühling. Dann werden die Strassen und Plätze in der Altstadt mit Wasser abgespritzt», sagt der Rheinfelder Werkhofleiter Christoph Erny. Wie in Möhlin ist der Boden auch in Rheinfelden schon seit gestern von gröberen Abfällen wie Kartonschachteln oder Flaschen befreit. «Jedes Jahr füllen wir eine 7-Kubik-Mulde mit Fasnachtsmüll», so Christoph Erny.

Die Fasnächtler, die am Umzug unbeschwert mit Konfetti um sich geschmissen haben, müssen in Rheinfelden offiziell nicht mithelfen beim grossen Putzen. In Möhlin stellt der Werkhof seit letztem Jahr eine Mulde auf, wo die Vereine grössere Abfälle gleich nach dem Umzug entsorgen können.

Und auch in Kaisten räumen die Fasnächtler einen Teil des fasnächtlichen Abfalls selber weg. Einige Einwohner wischen zudem am Tag nach dem Umzug selbstständig «Berge von Konfettti» weg, wie Bauamtsangestellter Adrian Treyer lobt.

Dank dieser Mithilfe wird der Umzug der Putzkolonnen durch die Fricktaler Strassen etwas verkürzt.