Eingezogen, aber noch nicht angekommen

Tabea und Luc Hintze-Stalde, neues Pfarrer-Ehepaar von Thunstetten-Buetzberg. © Juerg Rettenmund

Eingezogen, aber noch nicht angekommen

Tabea und Luc Hintze-Stalde, neues Pfarrer-Ehepaar von Thunstetten-Buetzberg. © Juerg Rettenmund

Letzte Woche ist die neue Pfarrerfamilie ins Pfarrhaus Thunstetten eingezogen. Am Sonntag werden Tabea und Luc Hintze-Stalder ins Pfarramt eingesetzt.

Jürg Rettenmund

«Wir freuen uns, unserer neuen Kirchgemeinde am Sonntag erstmals richtig zu begegnen», sagen Tabea und Luc Hintze-Stalder. Letzte Woche zogen sie im Pfarrhaus Thunstetten ein. «Bis Ende August arbeiteten sie allerdings noch in Rain AG, ihrem bisherigen Wirkungskreis. «Zeit, uns am neuen Ort umzusehen, fanden wir deshalb noch kaum.»

Tabea und Luc Hintze-Stalder werden sich in die Pfarrstelle teilen. Einzelne Aufgabengebiete würden sie unter sich fest aufteilen, erklären sie, anderes wie die Gottesdienste, Abdankungen oder Taufen jedoch gemeinsam übernehmen und sich jeweils von Fall zu Fall organisieren.

Sie hätten mit dieser Art der Amtsführung in Rain bereits Erfahrungen sammeln können, stellen sie fest. «Die Gemeinde musste sich zwar daran gewöhnen, zu Problemen kam es aber nicht.» So sei es natürlich, dass sich mit der Zeit unterschiedliche Beziehungen zu einzelnen Menschen in der Gemeinde ergeben hätten. Dass sie darauf Rücksicht genommen hätten, sei aber immer verstanden worden.

Auf Umwegen zum Pfarramt

Die beiden 35- respektive 36-Jährigen sind nicht auf direktem Weg Pfarrer geworden. Sie studierte zwar Theologie. Allerdings suchte sie dabei Antworten auf Lebensfragen und hatte nicht ein Pfarramt im Auge. Er war zuerst Betriebsdisponent bei den SBB und engagierte sich dann als Freiwilliger in der Kirchgemeinde seiner Frau.

Seit Anfang 2009 teilten sie sich nun die Stelle in einem Zweierteam in Rain. Nun haben sie bewusst ein Einzelpfarramt gesucht. «Neben unserer Arbeit ist uns aber ein Ausgleich immer noch wichtig», halten sie fest.

Hier sehen sie denn auch die grösste Herausforderung für sich und die Gemeindemitglieder: «Wir müssen als Ehepaar Berufstätigkeit, Haushaltarbeit und Elternpflichten unter einen Hut bringen; nicht immer, wenn man eines von uns im Dorf antrifft, sind wir als Pfarrer unterwegs.» Sie hoffen, dass dies respektiert wird.

Karten offengelegt

Tabea und Luc Hintze-Stalder wissen, dass sie in Thunstetten-Bützberg keine einfache Stelle antreten: Ihre beiden Vorgänger schieden im Streit mit dem Kirchgemeinderat aus, wobei der direkte Vorgänger das Handtuch nach nur anderthalb Jahren warf. «Wir informierten uns sowohl beim Kirchgemeinderat als auch beim Vorgänger über die Situation», sagen sie dazu. «Wir hatten das Gefühl, dass man uns die Karten offenlegte, was wir sehr schätzten.»

Die Situation im Oberaargau mit der reformierten Landeskirche und den Freikirchen sei für sie grundsätzlich neu. Ihr bisheriger Wirkungskreis sei durch eine annähernde Parität zwischen Reformierten und Katholiken geprägt gewesen. Von daher seien sie sich aber an ökumenische Zusammenarbeit gewohnt und auch hier offen dafür. «Dabei sind wir aber in erster Linie für die Mitglieder unserer Landeskirche da.» Innerhalb dieser Aufgabe liegt ihnen der Ausbau der vorhandenen Familienarbeit besonders am Herzen.

Vorerst jedoch steht das vertiefte Kennenlernen für sie im Vordergrund. Die Installationsfeier bildet dafür erst einen Anfang.

Installationsfeier: Sonntag, 5. September, um 9.30 Uhr, Kirche Thunstetten. Der Jodlerklub wirkt mit. Anschliessend grosses Familienfest.

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