Heidi Schwarz

Die Tabakpfeife ist längst erloschen. Wohl vom Schweiss, welcher Hans Schneider von der Stirne tropft. «Das Fäud isch e Soucheib», lässt der Landwirt aus Worb in breitem Berndeutsch keinen guten Faden, pardon Stoppel an der Bodenbeschaffenheit des Ackers. Langsam kämpft sich der hagere 70-jährige Berner im Kombiüberkleid und einer alten Ledermütze hinter seinem Traktor über den Stoppelacker.
Immer wieder muss Schneider seine Pflügerarbeit unterbrechen. Ausgeackerte Stoppeln bremsen die Fahrt. Mühsam klaubt Schneider mit den Händen die Ackerreste zwischen den Rädern und der Pflugschar heraus. «Mit Mähen wären wir schneller am Ziel», sagt der Wettkämpfer.

Alle anderen können sitzen

Links und rechts neben ihm kämpfen sich ebenfalls Wettpflüger durch die Furchen. Doch für diese, die locker auf ihren Traktoren sitzen, hat er keine Blicke übrig. Zu sehr ist er mit sich und seinem «Traktörchen» beschäftigt. Hans ist nämlich zu Fuss unterwegs, hinter einem «Aebi AM 53» Jahrgang 1956.

Der Siebzigjährige begann erst im Alter dem «alten Schmelz» nachzulaufen. Seine Leidenschaft bescherte ihm eine Sammlung von etwa 30 landwirtschaftlichen Oldtimern. «Von der Hälfte habe ich mich aus Platzgründen in der Zwischenzeit bereits wieder getrennt.» Verkauft hat er sie auch aus anderen Gründen: «Die Traktoren und Maschinen brauche ich zum ‹Wärke› und nicht zum ‹Oldtimern›». Dafür sei ihm dann die Zeit doch zu schade.

Erster wettkampfmässiger Einsatz

«So lange ich noch Traktoren steuern kann, will ich mich auf dem Feld nützlich machen.» Das 24. Baselbieter Wettpflügen sei der erste Anlass, an dem er wettkampfmässig mit seinem «Aebi-Pflueg» an den Start geht. Bis dahin hat er die Pflügerarbeit einzig an einschlägigen Oldtimer-Treffen demonstriert.
Nach anderthalb Stunden hat sich Hans Schneider durchgeackert - in der Kategorie «Plauschpflügen». Für ihn war es alles andere als ein Plausch. Das anerkannte auch das Publikum, die Mitstreiter und die Experten. «Solche Teilnehmer sind eine Bereicherung für den Anlass und tun dem Bauernstand gut», freuen sich Marcel Schödler und Walter Gass.