Eine Weltreise riechen!

Roman am Kühemelken in Neuseeland beim Jungbauer Nik! (Evelyne Brader)

Düfte einer Weltreise

Roman am Kühemelken in Neuseeland beim Jungbauer Nik! (Evelyne Brader)

Auf ihrer Weltreise macht die Familie Brader Bekanntschaft mit 128 Kühen. Dass diese schlechte Gerüche hinterlassen, ist klar. Auch andere Düfte betören die Weltreisenden auf ihrer Tour, manchmal lieblich, manchmal geradezu stinkend.

Evelyne Brader

Bei unserer Couchsurfing Familie beziehen wir das Zimmer der Buben. Darin schläft normalerweise ein Teenager sowie der Hund, was man an den verbleibenden Duftspuren unschlecht erkennt. Nach einem spontanen Besuch auf dem Bauernhof von heute Nachmittag, liegt auch noch der Geruch von 128 Kühen in der Luft.

Ich denke, man sollte ein Gerät erfinden, welches Gerüche aufnehmen, einfangen und wiedergeben könnte. Das wäre was! Nur mal kurz so eine Duftnote im Anhang an ein Foto oder einen Film abspeichern zu können, nicht viel, nein, nur so ein paar Moleküle, sei es ein Schwefelbad in Turangi, dieses Schlafzimmer, die Hundepisse in Toronto oder die Gerüche von New York....

Jeder Ort hat so seinen Duft - manchmal lieblich (leider zu selten), manchmal geradezu stinkend. Die Blumen, die hier blühen sind so zauberhaft, ihr Duft regelrecht betörend. Vorgestern hingegen machten wir eine Tour durch die Glühwürmchenhöhle und vor uns war eine asiatische Reisegruppe. Dessen Geruchsinn muss anders getrimmt sein! Für unsere Nasen waren die verschiedenen Körperdüfte, welchen wir ausgesetzt waren, alles andere als angenehm. Ich würde wohl durchdrehen, wenn ich in einer Reisegruppe unterwegs wäre und mein Sitznachbar würde derart die Luft verpesten.

Ich glaube, man unterschätzt den Geruchssinn. Er ist aber der einzige Sinn, der permanent aufnimmt. Ich kann leider nicht mal sagen - ich riech mal weg oder ich will das nicht riechen. Die Nase nimmt auf und sendet permanent Nachrichten ins Hirn. Manchmal echt lästig. Wenn ich etwas nicht sehen will, schau ich weg, will ich etwas nicht kosten will, steck ich es mir nicht in den Mund, wenn ich etwas nicht hören will, so kann mein Gehirn dies sehr gut ausfiltern (wer Kinder hat, weiss, was ich meine...), aber bei Gerüchen bin ich hilflos meinen Sinneswahrnehmungen ausgeliefert. Da hat Gott beim Bau des Menschen etwas ausgelassen!

Ich habe angefangen, an wirklich stinkenden Orten, etwas Sonnencreme auf meinen Vorderarm zu streichen und dann den Arm unter die Nase zu halten. Man muss sich auf so einer Reise auch ab und zu mit einfachen Mitteln zu helfen wissen!

Wie auch immer, gestern Abend, wie ich so auf dieser extrem ungemütlichen Matratze lag und versuchte die Düfte zu analysieren, in der Hoffnung, dass wenn ich sie auseinander bringen könnte, ich mir für jeweiligen etwas anderes vorstellen könnte... So nach dem Motto: Ich riech Kuhscheisse und versuch mir aber ein schönes Bild von Kühen auf einer Alp vorzustellen. Dann könnte ich den Duft besser ertragen, wenn dieser mit etwas Schönem assoziiert würde.

Funktionierte aber nicht wirklich und so gab es für mich schlussendlich nur noch eine Lösung aus der Duftmisere: Sonnencreme für die Nacht!

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