«Eine Vision ist Wirklichkeit»

Das Buch «Oberaargau 2010» ist eine Bestandesaufnahme, zeigt aber auch Visionen auf. Gestern fand die festliche Vernissage statt.

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Solothurner Zeitung

Irmgard Bayard

«Das Buch ist da, schön farbig und 1,37 Kilogramm schwer», sagte Martin Lerch gestern anlässlich der Vernissage für den Band «Oberaargau 2010» (siehe separaten Text). Damit sei eine Vision Wirklichkeit geworden. Entstanden ist das Buch im Hinblick auf die Reform der dezentralen Verwaltung. Aber eigentlich ist es auch ein bisschen das Abschiedsbuch von Martin Lerch, der per Ende Jahr als Regierungsstatthalter des Amts Aarwangen aufhört.

Eine Chronik mit Blick in die Zukunft

Das Buch Oberaargau 2010 blickt nicht nur zurück, sondern zeigt auch Visionen auf. Sechs Autoren schreiben je zu einem speziellen Thema. Der erste Artikel, von Martin Lerch, beschreibt die Amtsbezirke und ihre Geschichte . Die Verwaltungs- und Justizreform erklären Martin Sommer und Fritz Aebi. Von Mensch und Arbeit in der Wirtschaft schreibt Enrico Casanovas, Martin Fischer äussert sich zu 200 Jahre Pioniergeist in der Bildung. Marcel Hammel gibt Einblicke in die Fitness und den Spitzensport in einer vielfältigen Region, und Herbert Rentsch schliesslich widmet sich mit «Klänge, Worte, Farben» der Kultur. Dazwischen stellen 51 Chronisten «ihr» Dorf vor und der jeweils aktuelle Gemeindepräsident, die Gemeindepräsidentin schreibt dazu in zwei, drei Sätzen seine/ihre Vision 2035 auf.
Der Band eignet sich nicht nur als Geschenk an Heimwehoberaargauer, sondern ist auch ein Lehr- und Geschichtsbuch für alle Generationen. Das Buch Oberaargau 2010 im Format 220 x 290 mm umfasst 304 Seiten und ist mit 500 Farbbildern sowie Grafiken angereichert. Es ist ab sofort für 20 Franken im regionalen Buchhandel, den Geschäftsstellen der Clientis Bank Huttwil, in den Migros Märkten Buchsi, Huttwil, Langenthal und Roggwil sowie bei Merkur Druck AG in Langenthal erhältlich. (iba)

Acht Redner gaben gestern an der Buchvernissage ihre Sicht auf den Oberaargau wieder. Jürg Rettenmund, Redaktor dieser Zeitung und Dorfchronist von Huttwil erzählte, wieso er nicht den Wiederanschluss des Städtchens an den Oberaargau als Thema für das Buch gewählt hatte, sondern die Flyer-Herstellerin Biketec. «Ich bin überzeugt, dass die Ansiedlung dieses Unternehmens für Huttwil von grösserer Bedeutung ist als die Frage, ob in den grösseren Verwaltungseinheiten des Kantons künftig der Regierungsstatthalter in Wangen oder in Langnau für unsere Gemeinde zuständig ist», sagte er.

Charlotte Ruf, Gemeindepräsidentin von Herzogenbuchsee schilderte ihre Visionen für das Jahr 2035 und erinnerte dabei an Jakob Stämpfli (1820-79), der schon während seiner Zeit als FDP-Bundesrat die Vision eines Amtes Oberaargau hatte, «mit dem Unterschied, dass er Herzogenbuchsee als Hauptort sah». «Glücklicherweise werden nicht alle Visionen Realität», konterte Regierungspräsident Hans-Jürg Käser, der die Gäste im voll besetzten Mühle-Saal in Langenthal aufrief, den Begriff Macherregion Oberaargau noch mehr über die Grenzen hinaus zu tragen.

Zur Bildung äusserten sich Martin Fischer, Rektor des Gymnasiums und seine Schülerin Janina Aebi. «Gerade in Bezug auf die Bildung sind wir hier der Zeit voraus», sagte Fischer. Und Janina Aebi äusserte sich über die Schule als Ort, wo persönliche Beziehungen geknüpft würden.

Löst Aufbruchstimmung aus

Nationalrat Johann Niklaus Schneider-Ammann erwähnte die vielen innovativen Firmen im Oberaargau und fand «das Engagement der Menschen in dieser Region beispielhaft».

«Das Buch beweist, dass wir gemeinsam etwas gutes Schaffen können», sagte Martin Sommer, ab 2010 Regerungsstatthalter des neuen Kreises Oberaargau, der vor allem seinem Amtskollegen Martin Lerch als «geistigen Vater» für seinen Einsatz dankte. Und Thomas Rufener, Stadtpräsident von Langenthal schliesslich fand: «Das Buch löst eine Aufbruchstimmung aus.»

Die Vernissage wurde musikalisch umrahmt vom Oberaargauer Brass Quartett und dem Gemischten Chor Busswil/ Melchnau.

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