Theatergruppe Aeugst
Eine verrückte Theatergruppe

Die Premiere des Lustspiels «E verruckti Familie», unter der Regie von Miriam Augustin, bot viel Grund zum Lachen, nicht nur weil der Name der Familie «Witzig» lautet. Noch an zwei Wochenenden sind Vorstellungen im Schulhaus Gallenbühl in Aeugst zu sehen.

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Eine verrückte Theatergruppe

Eine verrückte Theatergruppe

Von Denise Bohnert
Zentrale Figur im Stück ist Stefan Witzig (Geri Gruntjens), handwerklich begeistert aber nicht begabt, wie ihm von all seinen Familienmitgliedern in nicht abreissender Regelmässigkeit bestätigt wird. Seine Angebote zu kochen werden gar als Lebensbedrohung aufgefasst.

Vier linke Hände und vierundzwanzig Wallhölzer
Und schon in den ersten fünf Minuten geht der Vater zweimal zu Boden, als seine beiden Teenagertöchter mit der Tür - die er gerade mit einem Herz bemalt - ins Haus fallen. Gabriela Bachmann als Alex im Punklook spielt souverän und locker und Andrea Kempf hat eine wohltuende Ruhe in der Rolle der immer naschenden Ursi.
Stefans Frau Vreni schreibt ihrem Mann nicht nur zwei, sondern gar vier linke Hände zu. Sie selbst hingegen ist die Tüchtigkeit in Person, vor allem wenn es darum geht, den Kirchenbasar zu organisieren. Vierundzwanzig Wallhölzer hat sie zu feilzubieten und das hängt wiederum mit der Kaufsucht der Grossmutter (Yvonne Moser) zusammen... Der Opa (Fritz Streich) aber reibt sich die Hände, als er hört, dass der Pfarrer bald kommt, denn er hofft, dass dessen Haushälterin dabeisein wird. Er ist ein unverbesserlicher Schürzenjäger und manche Frau in diesem Stück wird von ihm gejagt, bis sie kreischend entflieht. Doch der Pfarrer (Willy Moser) kommt allein und diskutiert mit Stefan Witzig über den Wert der fleissigen Ehefrau, die kaum mit Gold aufzuwiegen sei. Dieser entgegnet nicht faul, neunzig Kilo sei sie schwer - die Ehewitze kommen beim Publikum gut an.

«Ehelämpe» und Lampenfieber
Vreni Witzig (Astrid Grob) hat auch für ihre dritte Tochter Karin (Tanja Moser) wenig Zeit, sie muss, muss, muss - mit angespannten Schultern und hochgezogenen Brauen wirbelt sie über die Bühne, immer am Geldsammeln für die Kirchenrenovation. Weder die Familie noch ihre zwei Nachbarinnen sind ihr dabei eine Hilfe: Die eine (Cornelia Prihoda) reklamiert nur immer und die andere (Nicole Giannini) stellt gar dem «armen», von niemandem ernst genommenen Ehemann nach. Obwohl er sich gerne verführen lassen würde, platzen - wie es sich für eine Bauchmuskeln strapazierende Komödie gehört - im falschen Moment die richtigen Leute herein, oder umgekehrt. Da allerdings wirds plötzlich ernst, eine Gerichtsverhandlung wird anberaumt und alles nimmt nochmals eine neue Wende.
An der Premiere war das Lampenfieber etwas zu spüren, sicher wird das Schauspiel in den folgenden Aufführungen noch mehr leben, denn das Ensemble der Theatergruppe Aeugst ist gut eingespielt und die Komödie enthält viel Situationskomik und einige klassische Witze, Unterhaltung ist also garantiert. Das Premierenpublikum spendete denn auch grosszügig Applaus; Quiz, Grill- und Kuchenangebot sowie die Bar nach der Vorstellung wurden ebenfalls sehr geschätzt.
Weitere Vorstellungen jeweils Freitag und Samstag 19. und 20. sowie 26. und 27. März; Türöffnung und Theaterbeiz mit Grill 19 Uhr, Vorstellungsbeginn 20 Uhr, Schulhaus Gallenbühl Aeugst, Vorverkauf unter Telefon 044 760 18 67 oder 079 822 16 23.

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