Fabian Kern

Diese Woche ist wieder der wichtigste Kunde zu Gast in der St. Jakobshalle. Die Swiss Indoors sind in der Hierarchie der ATP-Tour gestiegen und in die Kategorie 500 aufgestiegen. Entsprechend steigen auch die Ansprüche der Organisatoren an die Wettkampfstätte. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Turnierdirektor

Roger Brennwald schon seit einiger Zeit einen Ausbau oder zumindest eine gründliche Sanierung der ehrwürdigen Halle wünscht. «Wir reden immer wieder mit Herrn Brennwald», sagt Thomas Riedtmann vom Erziehungsdepartement Basel Stadt, das für die Bewirtschaftung der St. Jakobshalle zuständig ist. Die Wünsche des Turnierdirektors möchte Riedtmann nicht preisgeben.

Dafür sprechen die Verantwortlichen der Swiss Indoors über ihre Bedürfnisse. «Wir würden uns eine Erweiterung des Katakombenbereichs wünschen - schon auf Druck der ATP. Der Platz für die Spieler ist ziemlich knapp», erklärt Roger Walmer, Mitglied der Turnierleitung. Sonst entspreche der Bau durchaus den Bedürfnissen des Turniers. Eine allfällige Eventhalle, die auch Gegenstand der Studie ist, wird von den Swiss Indoors nicht gefordert. «Wir fühlen uns wohl in der St. Jakobshalle», fasst Walmer zusammen, «Die Sanierung ist aber ein Politikum.» Damit spielt Walmer den Ball zurück zum Kanton.

Dort ist man sich der Problematik bewusst. «Wir wissen, dass der Unterhalt der Halle in den letzten Jahren vernachlässigt worden ist», sagt Riedtmann. Deshalb ist für 2010 eine Sanierung im grösseren Rahmen geplant. «Es handelt sich um ein Volumen von 20 bis 40 Millionen», weiss der Basler Grossrat Markus Lehmann, «aber dieses Projekt ist erst auf der Ideenstufe.» Doch bevor die Sanierungspläne der Regierung vorgelegt werden können, wird das Ergebnis einer ganz bestimmten Studie abgewartet. Immobilien Basel Stadt, im Finanzdepartement Verwalter der St. Jakobshalle, hat eine Untersuchung über die Bauqualität der 24-jährigen Halle in Auftrag gegeben. «Die Studie ist in den letzten Zügen und wird demnächst der Regierung vorgestellt», verrät Riedtmann. Noch dieses Jahr soll das Ergebnis kommuniziert werden, wovon die Zukunft der St. Jakobshalle abhängt - und somit auch die Zukunft der Swiss Indoors am traditionellen Austragungsort. «Die grosse Frage ist, wieviel noch in die Halle investiert werden soll», meint Walmer. «Wir haben mit den Swiss Indoors einen Vertrag bis 2014», sagt Riedtmann, «Den werden wir natürlich erfüllen.» Der Kanton tut gut daran, seinen lukrativsten Kunden in der Halle nicht zu verärgern. Denn sonst könnten sich die Turnierverantwortlichen vielleicht nach einer neuen Austragungsstätte umsehen. In Zürich, Bern oder Genf würde man dieses sowohl sportliche als auch gesellschaftliche Highlight wohl mit offenen Armen empfangen.