Basler Verkehrsbetriebe
Eine Stadtbahn als Fernziel

Die BVB beförderten im letzten Jahr mehr Passagiere als 2007 und erhöhten den Gewinn. Mit Beschleunigungs-Massnahmen kommen Trams und Busse schneller vorwärts. 2012 werden die ersten «Tango»-Trams in Basel verkehren.

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Basler Tram

Basler Tram

bz Basellandschaftliche Zeitung

Esther Jundt

Das von den Baslern geliebte «Drämmli» soll zur Stadtbahn ausgebaut werden. Dazu werden die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) im Jahre 2012 rund 20 «Tango»-Trams beschaffen. Diese können auf den Vorortslinien schneller fahren und erhöhen damit die Attraktivität des öffentlichen Verkehrsmittels. Die BVB wollen vor allem die Agglomeration besser bedienen und zusätzliche Direktverbindungen ins benachbarte Ausland bauen. Geplant ist zudem eine systematische Verknüpfung zwischen Tram und S-Bahn im Zentrum und ausserhalb der Stadt.

In Basel werden Behinderungen von Tram und Bus beseitigt. Für sogenannte Beschleunigungs-Massnahmen können die BVB 1,5 Millionen Franken einsetzen. Der entsprechende Kredit wurde bisher nicht ausgeschöpft, sagte BVB-Vizedirektor Georg Vischer gestern bei der Präsentation des Geschäftsberichtes. Analysiert wurden viele problematische Situationen, die Trams und Busse behindern. Mehrere Massnahmen konnten die BVB in alleiniger Zuständigkeit umsetzen. Dazu gehört, dass auf übersichtlichen Strecken die Höchstgeschwindigkeit erhöht wurde. Zudem sind gegenseitige Behinderungen von Tram und Bus beseitigt worden. In Zusammenarbeit mit der Verkehrsabteilung sind ebenfalls einige Störfälle abgeschafft worden. Verbesserungen sind auf den Tramlinien 2, 8 und 15/16 sowie auf den Buslinie 36 und 50 eingeleitet worden.

2,4 Prozent mehr Passagiere

Weitere Massnahmen sind am Centralbahnplatz vorgesehen, wo die Taxistandplätze verlegt werden sollen. Auf der Tramlinie 6 werden Behinderungen in Riehen beseitigt. Weitere Massnahmen sind für mehrere Buslinien geplant. Mit diesen Einzelmassnahmen an Kreuzungen und Haltestellen kommen Trams und Busse jedoch nur wenige Sekunden schneller vorwärts.

In seltenen Fällen kann so viel Zeit eingespart werden, dass ein ganzer Kurs eingespart werden kann. Die Neugestaltung der Elisabethenstrasse jedoch würde eine Einsparung von bis zu fünf Minuten Wartezeit bringen.

Die BVB blicken laut Direktor Urs Hanselmann auf ein erfolgreiches Jahr zurück. 2,4 Prozent mehr Fahrgäste und die Mitte 2007 eingeführten Tariferhöhungen schlugen sich in der Jahresrechnung der BVB nieder. Insgesamt beförderte die BVB im letzten Jahr in den Trams und Bussen 123,5 Millionen Personen. Die Verkehrserträge nahmen um 2,5 Millionen auf 113 Millionen Franken zu.

Bei einem Betriebsaufwand von 207,9 Millionen konnten die BVB einen Gewinn von 0,9 Millionen erwirtschaften. Dieser soll als Reserve dienen, weil auch die BVB an die Sanierung der Pensionskasse einen Beitrag leisten müssen. Ausserdem erwartet das Unternehmen wegen der Wirtschaftskrise einen Einnahmenrückgang. Der Kanton Basel-Stadt steuerte 54,6 Millionen Franken bei.

Euro benötigte mehr Personal

Völlig verschwiegen gab sich Hanselmann zu einem Budgetposten, für den sich aber die Medienleute sehr interessierten. In der Erfolgsrechnung figuriert ein ausserordentlicher Ertrag von 3,26 Millionen Franken aus einem «durch einen Vergleich abgeschlossenen Prozess». Es sei «Stillschwiegen» beschlossen worden, sagte Hanselmann. Er widersprach Vermutungen, wonach es sich um die Auseinandersetzung bei der Combino-Sanierung handelte.

Der Personalaufwand stieg insgesamt um 5,7 Millionen Franken. Ein Grund dafür liegt in der Euro 08. Der Fussball-Grossanlass erforderte mehr Personal, andererseits gab es auch mehr Fahrgäste.

In seinem Rückblick verwies Hanselmann auf Komfortverbesserungen, die im letzten Jahr eingeführt wurden. Dazu gehört der Einsatz der neuen Biogasbusse. Auch die neuen Wartehallen und der Bezug des U-Abos an den neuen Automaten brachten Verbesserungen für die Kunden.