Eine Schulepoche ist zu Ende gegangen

Nach 24 Jahren Schulkreis Dünnernthal trafen sich Kommission, Delegierte, Lehrerschaft und viele Gäste zu dessen Auflösung. Dem Schulkreis waren nebst Oberstufenschulen auch die Kleinklassen in Herbetswil unterstellt.

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herbetswil

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Walter Schmid

Mit der Gründung des Oberstufenschulkreises Thal und der Einrichtung des Zentrums für spezielle Förderung (ZSF) übernahmen neue Organisationen seine Aufgaben.

Seinerzeit hatten sich die Gemeinden von Gänsbrunnen bis Laupersdorf moderne Strukturen zur Führung der Oberstufenschulen gegeben mit der Bildung des Schulkreises Dünnernthal. Zwar wurde an vier verschiedenen Standorten unterrichtet, hatten aber eine zentrale Führung durch den Zweckverband, eine gemeinsame Verwaltung und eine Schulleitung.

Die gut eingespielte Organisation hatte sich in all den Jahren bestens bewährt, alle Beteiligten bemühten sich redlich, eine gute Schule zu führen und den Jugendlichen eine solide Ausbildung zu bieten.

Kleinklassen in Herbetswil

Mit der Einführung der ersten Hilfsschule in Herbetswil im Jahre 1968 versuchten die Behörden, auch Schülern mit Lernschwierigkeiten gerecht zu werden.

Eine zweite Hilfsschulklasse folgte 1971 und 1983 die Einführungsklasse. Ergänzt wurde das Angebot durch die Werklasse. So beherbergte Herbetswil zwei Einführungsklassen, eine Kleinklasse und eine Werkklasse, die nun gesamthaft als Kleinklassen bezeichnet wurden.

Im Schulkreis integriert

1986 fand nach jahrelangen Verhandlungen im Beisein des damaligen Erziehungsdirektors Fritz Schneider die Gründung des Oberstufenschulkreises Dünnernthal statt. Die Kleinklassen Herbetswil wurden dem Zweckverband ebenfalls angegliedert.

René Allemann (Welschenrohr) hatte nun als letzter Präsident die Ehre, auf das Wirken des Schulkreises zurückzublicken und auf Ende des Schuljahres den Betrieb einzustellen. Anton Fluri (Matzendorf) verdankte seine grosse Arbeit in den verflossenen acht Jahren und würdigte seine Verdienste um die Gründung des Oberstufenschulkreises Thal.

Wie geht es weiter?

Natürlich werden die Schulen weitergeführt, wenn auch wichtige Veränderungen bevorstehen. Schulleiter Markus Egli (Matzendorf) wirkte nebst der Oberstufe im Dünnernthal auch als Leiter der Kleinklassen in Herbetswil: «Die Zusammenarbeit mit dem Lehrerteam werde ich in bester Erinnerung behalten und wünsche ihm einen guten Start in die neuen Aufgaben.»

Denn mit der Integration verschwinden die Einführungsklassen und die Kleinklassen, möglicherweise auch die Werkklasse. Die Schüler werden in die Regelklassen integriert und dort durch Heilpädagogen zusätzlich betreut. Die Organisation, die Verwaltung und der Einsatz der Lehrpersonen übernimmt das Zentrum für spezielle Förderung in Balsthal (ZSF).

Leere Schulzimmer

Vor drei Jahren gründeten die Thaler Gemeinden den Oberstufenschulkreis Thal mit dem Ziel, die Schulen auf die Standorte Balsthal und Matzendorf zu konzentrieren. Matzendorf hat mit dem Bau des Oberstufenschulhauses die nötigen Voraussetzungen geschaffen, dort werden im Zuge der Oberstufenreform in absehbarer Zeit alle Klassen unter einem Dach geführt.

Das heisst, dass Welschenrohr und Laupersdorf ihre Oberstufenschulen und Herbetswil die Kleinklassen verlieren werden. Nebst dem schmerzlichen Verlust der Schulen müssen sich diese Gemeinden Gedanken über die Nutzung leerer Klassenzimmer machen.

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