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Eine «Nachrichtendienstlerin» trifft einen Bio-Bauern

Gespräch: Martin Köchli und Miranda Bammert-Zahn im Gespräch mit dem Radiomoderator Daniel Hitzig (von links). BA

DRS 1 im Freiamt

Gespräch: Martin Köchli und Miranda Bammert-Zahn im Gespräch mit dem Radiomoderator Daniel Hitzig (von links). BA

Die Radiosendung «Persönlich» führte zwei markante Persönlichkeiten aus dem Oberfreiamt in der alten Kirche Boswil zusammen. Darin erfuhr man, warum die Medienbeobachterin Miranda Bammert-Zahn aus Aettenschwil fest ans Positive glaubt und der Bio-Landwirt Martin Köchli aus Weissenbach sich an der Geburt eines Fohlen freuens kann.

Jörg Baumann

Eigentlich wollte Miranda Bammert-Zahn Tierärztin für Elefanten und andere grosse Tiere werden. Nun richtet sie ihren geschärften Blick auf andere grosse Tiere: auf die Medien. Miranda Bammert-Zahn liest in ihrem Medienbeobachtungs-Unternehmen in Aettenschwil täglich professionell Zeitungen, hört Radio, sieht fern und schaut ins Internet, damit man auch im Bundeshaus rasch weiss, was über die hohe eidgenössische Politik geschrieben und gesendet wird.

Nachrichtendienst in der Chäsi

Keine Zeitung ist der Medienbeobachterin, die sich als «Nachrichtendienstlerin» apostrophieren liess, zu klein: «Wir lesen auch das ‹Echo Maiengrün›» - eine Mini-Zeitung, die in Hägglingen herausgegeben wird, offenbarte sie gestern dem Radio-Gesprächsleiter Daniel Hitzig und dem Publikum. Die Welt ist ein Dorf: Das bestätigte sich gestern einmal mehr: «Unsere Firma auf dem Land beschäftigt 65 Mitarbeiter», teilte Miranda Bammert-Zahn für all jene mit, die bisher nicht wussten, dass es Aettenschwil auf der Landkarte überhaupt gibt. «Meine Mitarbeiter sind froh, dass sie hier in der ehemaligen Aettenschwiler Chäsi arbeiten können. Sonst wären sie vielleicht in Zug.»

Aus der kleinen Welt von Weissenbach ist auch der Bio-Landwirt und grüne Grossrat Martin Köchli hervorgetreten. Er wurde landesweit bekannt mit einem Postulat, in dem er ein Schulwahlfach verlangte, das sich auf das «Glück» spezialisieren sollte. Der Regierungsrat lehnte seinen Vorstoss zwar ab. Das stört Köchli nicht weiter. Er hat nichts anderes erwartet. «Aber trotzdem ist es notwendig, dass wir über das Glück nachdenken. Ich finde es bedenklich, dass so viele Lehrlinge ihre Lehre freudlos abbrechen.»

Es wäre an der Zeit, wieder mehr Freude in die Schule zu bringen, meinte Köchli. Er selber hat fürs Leben gelernt, «dass Weissenbach meine Universität ist und die Einwohner meine Dozenten sind». Bei ihm auf dem Bauernhof ging vor Jahrzehnten auch der streitbare Publizist Niklaus Meienberg ein und aus. Von ihm übernahm er den Wahlspruch: «Nichts ist so exotisch wie die eigene Umgebung.»

Das Glück im Kleinen

Glück kann man nicht verordnen. Das weiss auch Miranda Bammert-Zahn. Sie sei im Glauben verankert und halte am Positiven fest, sagte sie - und das in einer Medienwelt, in der angeblich bloss schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind. Martin Köchli wiederum freut sich am Glück im Stall. «Am Morgen vor der Radiosendung ist bei uns auf dem Hof ein Fohlen auf die Welt gekommen - das ist grossartig.» Das Pferd lerne viel schneller als beispielsweise der Mensch, dozierte Martin Köchli: «Das Fohlen muss schon am ersten Tag auf die Weide lernen, damit es sein Hirn für das Leben trainieren kann.»

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